Eine wunderschöne Idylle sind die neu gestalteten Eyachauen allemal. Allein, es fehlt an Möglichkeiten für Kinder, sich dort ein bisschen auszutoben. Foto: Kost

Kommunales: Ortschaftsrat Haigerloch diskutiert über zusätzliche Attraktionen in den Eyachauen

Bei der Einweihung kurz vor den Sommerferien wurden die Eyachauen in höchsten Tönen gelobt. Jetzt regte sich erste leise Kritik: Sind ja ganz schön geworden, aber irgendwie fehlt der letzte Pfiff, so das Meinungsbild am Donnerstagabend im Haigerlocher Ortschaftsrat.

Haigerloch. Das Projekt als Ganzes stellte natürlich niemand in Frage, wohl aber vermisst man etwas, das den tollen Spazier- und Radweg an der Eyach vorbei auch für Kinder interessant macht – die suchen bekanntlich keine Entspannung und Entschleunigung, sondern Abwechslung und Abenteuer.

Dabei, so war man sich einig, würden die Eyachauen genügend Platz für Spielgeräte oder Ähnliches bieten. Als gute Beispiele für eine pfiffige Gestaltung wurden in diesem Zusammenhang zwei hohenzollerische Schwesternstädte genannt. Der stellvertretende Ortsvorsteher Siegbert Erat verwies auf den tollen Schaukelweg in Sigmaringen. Auf einem knapp fünf Kilometer langen Rundweg zwischen Laizer Wehr und der Sigmaringer Hängebrücke sind gleich zwölf Schaukeln entlang des Radweges an der Donau aufgebaut.

Einen Schaukelpfad, den gibt es auch in Hechingen. Er ist vier Kilometer lang hat zwölf Schaukeln, und verbindet Natur und Stadtkultur auf ideale Weise. Die Schaukeln wurden von Sponsoren gestiftet. Sogar Leute aus Stuttgart würden deswegen nach Hechingen fahren, meinte Renate Zappe.

Doch allein wegen eines Schaukelpfades, warf Stephan Hojdem ein, werde wohl kaum jemand nach Haigerloch kommen. Da müssten auch andere attraktive Angebote vorhanden sein, mit denen man den Aufenthalt in den Eyachauen verbinden könne. Zudem fand er einen Barfußpfad für Jung und Alt auch ganz toll und möglicherweise etwas leichter und kostengünstiger realisierbar. Grundsätzlich riet Hojdem dazu, erst einmal abzuwarten, wie sich die ganz frisch angelegten Eyachauen in den nächsten zwei Jahren entwickeln – auch hinsichtlich angedachter gastronomischer Angebote im Schlössle. Erst dann könne man konkrete Überlegungen anstellen.

Überlegungen? Da war doch was? Stimmt. Im März hatten die Schüler Meike (8) und Ben Gulde (13) im Haigerlocher Ortschaftsrat das Konzept eines Ninja-Parcours in den Eyachauen vorgestellt. Das ist eine Ansammlung von Hindernissen und Geräten, an denen man klettern, balancieren, hangeln, schwingen kurzum, sich sportlich austoben kann. Die Kosten von schätzungsweise 15 000 Euro, so empfahlen es die beiden Jugendlichen damals, ließen sich über Crowdfunding und Spenden finanzieren.

Diese Idee hatte daraufhin prompt das Haigerlocher Jugendbüro aufgegriffen und eine Online-Umfrage gestartet. Bei dieser Umfrage, so berichtete Ortschaftsrätin Renate Zappe im Ortschaftsrat, hätten sich 86 Prozent für den Parcours ausgesprochen (siehe Info-Rubrik).

Am 25. Oktober soll es nun zu einer Besprechung im Jugendbüro kommen. Sie deutete jedoch an, dass die Eyach­auen als Standort für den Ninja-Parcous vermutlich eher nicht in Betracht kommen. Um ihn dort zu realisieren, hätten man den Parcours früher einplanen müssen. Ihren Erläuterungen zufolge, scheint es auch gewisse Bedenken wegen haftungsrechtlicher Fragen zu geben.

Bei der Online-Umfrage zum Ninja-Parcours in Haigerloch haben fast 300 Teilnehmer ihre Meinung geäußert. Das Kinder- und Jugendbüro Haigerloch hat diese Umfrage über die letzten vier Monate durchgeführt und nun die Ergebnisse zusammengetragen.

64 Prozent der Teilnehmenden halten laut Kinder- und Jugendbüro einen Ninja-Parcours in Haigerloch für eine sehr gute Idee und weitere 22 Prozent für eine gute Idee. Zusammen würden also 86 Prozent einen Ninja-Parcours begrüßen. Nur zehn Prozent stimmten gegen das Projekt. Drei Prozent halten die Idee für schlecht und weitere sieben Prozent sogar für eine sehr schlechte Idee. An der Umfrage haben sich Personen aus allen Altersklassen beteiligt, die jüngste Stimme kam von einem fünf Jahre alten Jungen aus Haigerloch.

Bei der Umfrage ging es ebenfalls darum, wie groß das Interesse der Jugendlichen ist, welche nicht direkt aus Haigerloch kommen. Von den fast 300 Teilnehmenden wohnen 77 Personen in der Kernstadt, jedoch können sich 80 Prozent der Teilnehmer vorstellen, für den Besuch des Ninja-Parcours nach Haigerloch zu fahren. Viele Teilnehmenden haben außerdem angegeben, dass sie sich gerne an einer Umsetzung beteiligen würden

Die letzten Wochen hat das Kinder- und Jugendbüro ebenfalls genutzt, um mit der Stadt Haigerloch die Ergebnisse der Umfrage gemeinsam zu besprechen und das weitere Vorgehen zu erörtern. Im nächsten Schritt soll es jetzt ein Planungstreffen geben. Dazu sind alle interessierten Personen am Montag, 25.Oktober, ab 17 Uhr ins Kinder- und Jugendbüro Haigerloch in der Hohenbergstraße eingeladen (Es gelten die 3G-Regeln, bitte an Schülerausweis und Mundschutz denken).