Unbekannte haben in der Nacht auf den 1. Dezember die Geldautomaten in der Sparkassen-Filiale am Ledereck in Calw aufgebrochen. Werden sie geschnappt, erwarten sie hohe Strafen.
In der Nacht auf den 1. Dezember schlagen der oder die Täter zu: Gegen 1.30 Uhr dringen sie gewaltsam, so teilt es die Polizei kurz darauf mit, in die Sparkassen-Filiale am Ledereck in Calw ein. Ein Mitarbeiter alarmiert am Morgen die Polizei.
Beide Geldautomaten, bestätigt Melanie Konrad, Sprecherin des Polizeipräsidiums Pforzheim, auf aktuelle Anfrage, wurden dabei aufgebrochen. Zunächst hatte die Polizei nur von einem betroffenen Automaten gesprochen.
Der Sachschaden liegt demnach in einem hohen fünfstelligen Bereich; die Beute beziffern die Beamten auf „einen niedrigen sechsstelligen Betrag“.
Nun ermittelt die Kriminalpolizei „und gesicherte Spuren werden ausgewertet“, berichtet Konrad. Zeugen hätten sich jedoch bislang auf den öffentlichen Aufruf noch nicht gemeldet – obwohl sich die Tat mitten in der Stadt zutrug.
Ansonsten hält sich die Polizei mit Informationen zum Fall zurück. Wurden bereits Tatverdächtige ermittelt? Handelte es sich nach Einschätzung der Ermittler um Profis? Und haben sich Zusammenhänge zu Automaten-Aufbrüchen an anderen Standorten ergeben?
Etwa zu einem Fall in der Nacht auf den 25. Oktober dieses Jahres in Baiersbronn-Obertal, bei dem ein Automat gesprengt wurde? Oder zu jenem Fall am 10. November 2024 in Oberreichenbach-Oberkollbach, als Unbekannte einen Bankomaten in einer Raiffeisenbank-Filiale aufbrachen?
„Diese Fragen können wir aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht beantworten“, heißt es dazu lediglich. Auskünfte dieser Art werden häufig aus sogenannten ermittlungstaktischen Gründen nicht erteilt – also beispielsweise um kein Täterwissen preiszugeben, mit dem potenzielle Verdächtige sich später in einer Vernehmung verraten könnten. Weil etwa nur der Täter wissen kann, welches Werkzeug wie zum Einsatz kam.
Fest steht dagegen, dass auch die Geldautomaten in der Calwer Sparkasse nicht gesprengt, sondern mit Werkzeugen aufgebrochen wurden.
„Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion“ – dieser Strafe entgehen die Diebe
Werden der oder die Täter geschnappt, drohen ihnen harte Strafen. Sachbeschädigung etwa wird nach Paragraf 303 Strafgesetzbuch mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft.
Bei besonders schwerem Diebstahl – liegt laut Paragraf 243 des Strafgesetzbuches beispielsweise vor, wenn jemand etwas stiehlt, das durch ein verschlossenes Behältnis besonders gesichert ist – drohen sogar bis zu zehn Jahre Haft.
Kommt zusätzlich noch Sprengstoff zum Einsatz, was hier nicht der Fall war, macht sich ein Täter übrigens auch des „Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion“ schuldig – Paragraf 308 des Strafgesetzbuches. Die Konsequenz: nicht unter einem Jahr Freiheitsstrafe.
Die Sparkassen-Filiale ist unterdessen derzeit noch geschlossen. Wie lange, das ist momentan noch unklar. „Der Schadensfall wird nach wie vor geprüft“, erklärt Juliane Pfeiffer, Referentin Unternehmenskommunikation bei der Sparkasse Pforzheim Calw. Daher könne aktuell auch noch keine Zeitangabe gemacht werden, wann die Filiale wieder öffnet.
Zeugen, die sachdienliche Angaben machen können oder verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, werden weiterhin gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst Pforzheim unter der Rufnummer 07231/1 86 44 44 zu melden.