Die AfD verliert einen Sitz im Gemeinderat. (Symbolfoto) Foto: Carsten Koall/dpa

Der frei gewordene Sitz des weggezogenen AfD-Stadtrates Joachim Steyer im Burladinger Gemeinderat bleibt unbesetzt. Darüber wurde nochmals kurz aber heftig gestritten.

Eher am Rande aber doch kurz und heftig gab es in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates Burladingen einen Schlagabtausch zwischen AfD- und CDU-Fraktion.​

 

An dem Abend wurde der bisherige Sprecher der AfD, Joachim Steyer, verabschiedet. Der potenzielle Nachrücker Martin Böhm aus Hausen hatte jedoch mit seinem Alter und seinem Gesundheitszustand Hinderungsgründe geltend gemacht, weshalb er das Mandat Steyers nicht übernehmen will oder kann.

Damit – so die Konsequenz – verliert die AfD diesen Sitz grundsätzlich. Denn ein weiterer Nachrücker steht laut Kommunalwahlergebnis von 2025 nicht auf der Liste.

Das Gremium nahm Böhms Antrag an dem Abend an. Die Entscheidung war gefallen, der Hausener braucht nicht anzutreten und die AfD-Stadtratsfraktion schrumpft somit bis zum Ende der Legislaturperiode von sechs auf fünf Mitglieder.

Manuel Kraus, der neue Sprecher der AfD, meldete sich in dem Zusammenhang zu Wort und äußerte sich zu einer Aussage von CDU-Stadträtin Dörte Conradi aus einer vorangegangenen Sitzung. Conradi hatte die Personalpolitik der AfD schon mehrfach als eine bewusste Strategie zum Wählerstimmenfang kritisiert.

Conradi betreibe „AfD-Bashing“

Martin Böhm, so sagte Kraus, hätte sein Amt „gerne angetreten“, wenn er gesundheitlich dazu in der Lage wäre. Conradi betreibe „AfD-Bashing“ und halte dadurch kommende Kandidaten davon ab, sich für ein Ehrenamt zu bewerben, „indem Sie sie an den Pranger stellen. Wir brauchen auch keine Stimmenfänger. Unser bester Wahlhelfer sind die Lügen der CDU“, so der Fraktionssprecher.

Conradi konterte: „Herr Kraus, wenn Sie mir in der vergangenen Sitzung richtig zugehört hätten, hätten Sie es herausgehört: Es ist ja offensichtlich gängige Praxis, wenn man landauf, landab schaut, welche Ihrer Kandidaten nach der Wahl tatsächlich antreten. Daran kann man eine Methode erkennen. Wir hatten ja hier in Burladingen den Fall, dass Personen nach der Wahl gar nicht erst angetreten sind.“

Damit spielte die CDU-Frau auf Sonja Zadikyan an. Sie hatte mit 1901 Stimmen bei der Kommunalwahl ein respektables Stimmenergebnis für die AfD eingefahren, wollte aber nicht ins Amt, machte ihrerseits Hinderungsgründe geltend. Im September 2024 hatte der Burladinger Gemeinderat ihren Antrag in erster Instanz noch abgelehnt, letztendlich ließe man sie aber dann doch ziehen. An ihre Stelle trat im Januar 2025 Gerd Mauser.

Dörte Conradi sprach in den damaligen Debatten von „Tricks“ und „Wählertäuschung“. Indem eine gewählte Bürgervertreterin wie Zadikyan ihr Amt gar nicht erst antrete, werde das Ehrenamt herabgewürdigt.

Dass Martin Böhm aufgrund seines Alters und seiner Gesundheit nicht in der Lage sein würde, in den Gemeinderat einzuziehen, hätte man schon vorher wissen können, schloss Conradi in der vergangenen Sitzung ihre Gegenrede in Richtung Kraus.

Damit war der Schlagabtausch beendet. Joachim Steyer verabschiedete sich in einer längeren Ansprache aus dem Gemeinderat. Der Grund, warum er das Gremium verlässt, ist sein Wegzug in eine andere Gemeinde. Damit kann er der Ratsrunde automatisch nicht mehr angehören. Zugleich gab er in vergangenen Wochen sein Amt als Kreistagsabgeordneter auf.