Aufgrund der finanziellen Lage Bad Liebenzells, ist der Fortbestand des Freibads gefährdet. Ein Förderverein könnte die Lösung sein. Möglichkeiten sollen bald besprochen werden.
„Eine fantastische Freibad-Saison neigt sich dem Ende zu und das Team des Freibades Bad Liebenzell bedankt sich herzlich für die vielen Besucher“, hieß es kurz vor dem Saisonende am 14. September in einer Pressemitteilung der Freizeit und Tourismus Bad Liebenzell GmbH.
Die Eintrittspreise wurden erhöht
Die Saison verlief gut, obwohl die Eintrittspreise deutlich erhöht wurden. Bereits im Mai war dies im Gemeinderat beschlossen worden . Ab 1. Juni galt die Erhöhung. Die Preise stiegen im Schnitt um 20 Prozent, für einzelne Tickets sogar um über 40 Prozent.
Eine Tageskarte für Erwachsene kostet seitdem 5,50 Euro – 1,20 Euro mehr als zuvor. Zum Vergleich: Eine Tageskarte im Stammheimer Freibad kostet für Erwachsene 4,70 Euro, in Bad Teinach 4,50 Euro und in Calmbach 3,50 Euro.
In Bad Liebenzell kostet der Abendtarif seit der Änderung im Übrigen drei Euro und die Saisonkarte mit 88 Euro seit Juni 15 Euro mehr als zuvor. Auch Familien zahlen für ein Familienticket 2,50 Euro mehr als vergangene Saison.
Stand 18. August hatte sich diese Erhöhung in den Besucherzahlen nicht bemerkbar gemacht. Im Gegenteil: Zum damaligem Zeitpunkt waren es rund 38 000 Gäste im Freibad, teilte Schwimmmeister Robert Basche mit. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es lediglich 32 500 Freibadbesucher. In diesem Jahr mussten die Camper allerdings erstmals ebenfalls Eintritt bezahlen.
Auch wenn die Saison „erfolgreich zu Ende gegangen“ ist und auch die Besucherzahlen „erfreulich“ waren, wie einer aktuellen Pressemitteilung der Stadt Bad Liebenzell entnommen werden kann, muss nun über die Zukunft des Bades gesprochen werden.
Bereits im August hieß es auf der Internetseite des Freibads: „Leider ist der Fortbestand unseres Freibads gefährdet: Die finanzielle Lage unserer Stadt lässt es zunehmend fraglich erscheinen, ob der Betrieb in den kommenden Jahren noch vollständig aus dem städtischen Haushalt getragen werden kann.“
Kann ein Förderverein die Lösung sein?
Schon zu damaligem Zeitpunkt stand die Gründung eines Fördervereins im Raum. Durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und ehrenamtliches Engagement könne ein wesentlicher Beitrag zur Finanzierung und Unterstützung des Freibads geleistet werden, heißt es auf der Homepage der Stadt weiter. Des Weiteren könnte ein solcher Verein bei Veranstaltungen, Arbeitseinsätzen und Werbung für das Freibad helfen. „Das Ziel ist klar: Wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass unser Freibad auch in Zukunft allen offen steht“, heißt es auf der Homepage weiter.
Im Oktober hatten sich bereits 50 Interessenten für die Rettung des Freibads zusammengetan, so Dietmar Lehmann-Schaufelberger (Grüne) in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Bad Liebenzell.
„Das große Interesse und die vielen konkreten Unterstützungsangebote haben uns gezeigt, dass das Freibad weit mehr ist als nur ein Ort zum Schwimmen – es ist ein sozialer Treffpunkt, ein Stück Lebensqualität und ein Herzstück unserer Stadt“, betont das Vorbereitungsteam rund um Gemeinderat Dietmar Lehmann-Schaufelberger, heißt es in aktueller Pressemitteilung. Viele potenzielle Helfer hätten sich bereits gemeldet.
Eine gemeinsame Lösung finden
Die Stadt lädt nun interessierte Bürger zur Auftaktveranstaltung zur Zukunft des Freibads am Dienstag, 4. November, um 18 Uhr in den Sitzungssaal des Rathauses Bad Liebenzell ein.
Bei dieser Zusammenkunft soll es um den langfristigen Erhalt sowie die Weiterentwicklung des Freibades gehen. Ideen sollen gesammelt, Perspektiven diskutiert und Möglichkeiten des Erhalts erarbeitet werden.
„Das Freibad ist ein Ort, der Menschen verbindet – quer durch alle Altersgruppen. Wir möchten diesen Gemeinschaftsgeist nutzen, um die Zukunft aktiv zu gestalten“, heißt es auch vonseiten des stellvertretenden Bürgermeisters Sebastian Kopp.
Bei Rückfragen kann sich an Sandra Fleige, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Bad Liebenzell unter 07052/40 81 99 oder per Mail an fleige@bad-liebenzell.de gewendet werden.