Der Oberstimmenchor des Altensteiger Christophorus-Gymnasiums umfasst etwa 35 junge Sängerinnen und Sänger. Foto: Maria Kosowska-Németh

„Singen – Freude bringen“ lautet das Motto des Altensteiger Christophorus-Kinderchores. Diese Freude teilte das Ensemble von Wolfgang Weible mit dem Publikum in der Altensteiger Stadtkirche und nachfolgend auch in der Schlosskapelle des Schlosses Solitude in Stuttgart.

Der Spenden-Erlös der beiden Benefiz-Konzerte ging an die Deutsch-Nepalische Hilfsgemeinschaft. Die 1979 in Stuttgart gegründete Organisation unterstützt mit zweckgebundenen Mitteln mehrere Einzelprojekte in dem schwach entwickelten, zwischen Indien und China gelegenen Land. Einer der Schwerpunkte der gemeinnützigen Arbeit von DNH ist die Förderung der kindgerechten Bildung (vor allem in entlegenen Bergregionen) sowie die Erhöhung der Chancengleichheit in der durch das hinduistische Kastensystem beherrschte 30-Millionen-Gesellschaft.

 

Der Stellvertretende Vorsitzende der DNH, Richard Storkenmaier, skizzierte in einem inhaltsreichen Dia-Vortrag die sozialen Verhältnisse im Land sowie bisherige Errungenschaften seiner Organisation in den Bereichen des Gesundheits- und Bildungswesens. Das neueste Projekt umfasst eine simultane Unterrichtsmethode mehrerer Schuljahrgänge an Dorfschulen durch qualifizierte Lehrkräfte und die Versorgung mit modernen Lehrmaterialien.

Voraussichtlich Ende November findet in Stuttgart wieder ein Nepal-Basar zugunsten der Hilfsorganisation statt, wobei die Besucher des Altensteiger Konzerts einige Kulturartefakte der nepalesischen Volkskunst schon im Vorfeld erwerben konnten.

Auswahl aus Tournee-Repertoire

Der Christophorus-Kinderchor kehrte kürzlich von der Konzertfahrt nach Ostdeutschland und Polen zurück und bot den Altensteiger Zuhörern mehrere Lieder aus seinem Tournee-Repertoire. Die etwa 35-kopfige Oberstimmen-Schar sang à capella oder mit Klavierbegleitung von Matthias Hinderer, der seinerseits das Konzert mit zwei ausdrucksvoll gespielten Solo-Orgelwerken bereicherte.

Seltsamerweise hörte das Publikum stillschweigend sowohl dem mehrstimmigen „Look at the world“ von John Rutter am Anfang des Konzerts als auch den nachfolgenden Liedern und Songs zu. Sogar das heitere „Horch, was kommt von draußen rein“ rief keinen Beifall hervor. Erst eine gesungene, mit ergreifender Gestik ergänzte Fürbitte für den Frieden zerbrach nach längerem Innehalten die Dämme der Stille.

Ständchen fürs Pfarrer-Ehepaar

Nach diesem Durchbruch applaudierten die Zuhörer mit Begeisterung jeder Darbietung aus dem international betonten Programm. In der nun auflockerten Atmosphäre kamen noch deutlicher zur Geltung das Verantwortungsgefühl, die Souveränität des Gesangs sowie die professionelle Stimmbildung (Jeanette Bühler, Samuel Schick) der Jugend. Obendrauf verstanden die singenden Teenager die geheime Sprache des Dirigenten Weible vorzüglich und übersetzten diese in eindrucksvolle, mit Hingabe, Freude und Elan gefüllte Chorwerke.

Ein besonderes Ständchen galt dem ausscheidenden Pfarrer-Ehepaar Sabine und Klaus-Peter Lüdtke, dann tauschten der Chor und der Vertreter der DNH unter der andauernden Ovation kleine Aufmerksamkeiten untereinander aus.