Jakob Nacken (links), Mirjam Woggon und Helge Thun begeistern mit Impro-Comedy. Foto: Vollmer

Welches zweite Leben bekommen ein Kunststoff-Hummer und ein Toilettendeckel? Die Antwort lieferten Mirjam Woggon, Jakob Nacken und Helge Thun in Dornhan.

Mit ihrem Impro-Comedy-Format „Tauschrausch“ machten die drei bestens aufeinander eingespielten Schauspieler die vom Publikum in den Dornhaner Farrenstall mitgebrachten Gegenstände zum Ausgangspunkt aberwitziger Szenen.

 

Diese reichten vom plattdeutschen Ohnsorg-Theater über eine Bibelgeschichte, in der Eva auf das Jesuskind traf, Horrorgeschichten und Kriminalanekdoten, darunter eine Geschichte mit einer im Toilettendeckel verschwundenen Frau, bis hin zu einer treffenden Loriot-Ehe-Parodie, in der der Ehemann einen Kerzenständer im vollgestopften Abstellraum suchte.

Im Gegenzug für die mitgebrachten Objekte erhielten die Spender ein passendes Gegengeschenk: Ramsch aus vorherigen Darstellungen.

Skurrile Spielszenen

Helge Thun, charismatischer Entertainer, begnadeter Humorist und unerschöpflicher Einfallsgenerator, hatte das turbulente Geschehen im Griff. Jakob Nacken überzeugte mit virtuosem Können als Rapper und Musiker, spielte jazzige Klavierpassagen und reihte dabei mühelos pointierte Textkaskaden aneinander. Mirjam Woggon nahm die von ihren Kollegen begonnenen Themen auf und führte die Prosa- oder Reimgedanken gekonnt und humorvoll weiter. Besonders ihre aberwitzige Gebärdensprache-Interpretation sorgte für Lachsalven im gesamten Saal.

Gemein hatten die drei fantasievollen Sprachjongleure ihre große komödiantische Präsenz, wandelbare Figuren und den direkten Draht zum Publikum. Aus dieser Interaktion entstanden weitere skurrile Spielszenen.

Zusammenhang auf den zweiten Blick

Zudem improvisierten die Drei Sketche zu Fotos, die das Publikum in der Pause eingesendet hatte, und die auf den ersten Blick keinen Zusammenhang erkennen ließen – umso verblüffender entwickelten sich daraus, begleitet von Gelächter, in sich geschlossene Geschichten mit herrlichem Lokalkolorit.

„Tauschrausch“ – im Oktober bereits ausverkauft – war eine erfrischende Commedia-dell’arte-Darbietung bei „KKF – Kunst und Kultur im Farrenstall“, die spielerisch zwischen sprachlicher Finesse und absichtlichem Sprachnonsens pendelte. Zum Schluss hagelte es stürmischen Applaus.