Viele Senioren sind bei der Terminbuchung zu Impfung überfordert, deshalb sind sie für das Angebot des Frohen Alters und des Geselligen Alters sehr dankbar. Allerdings ist Geduld gefragt. (Symbolfoto) Foto: stokkete – stock.adobe.com

Senioren freuen sich über Hilfe bei der Buchung. Fahrdienst wird gerade organisiert.

"Hervorragend" sei die Resonanz auf die Aktion in Dunningen, für Senioren über 80 Jahren die Buchung eines Impftermins zu übernehmen. Rund ein Viertel der betroffenen Gruppe habe Interesse gezeigt, so Klaus Maier vom Frohen Alter Dunningen/Lackendorf.

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Dunningen - Zusammen mit den Zahlen, die bei Rainer Pfaller vom Geselligen Alter zusammenlaufen, haben mehr als 100 Impfwillige die Anmeldung in die hilfreichen Hände gelegt. Aber die Impfstoffknappheit bremst die Helfer aus. "Ich habe von den 75 Klienten gerade einmal eine Person unterbringen können", so Maier in einer ersten Bilanz. Drei weitere Interessierte habe er vertrösten müssen, da sie die Kriterien nicht erfüllten.

Fahrdienst wird gerade organisiert

Auch der in Aussicht gestellte Fahrdienst zum Impfzentrum und wieder zurück wird gerade organisiert.

Er habe die Daten der Interessierten inzwischen zusammengestellt und versuche über den vorgeschriebenen Weg Termine zu bekommen, sagt Maier.

Aber auch hier liegt die unverhoffte Tücke im Detail. Mit seinem Computer bekommt er maximal drei Zugangscodes pro Tag, um sich für die Impfung anzumelden. Dann wird der Computer für weitere Codes für diesen Tag gesperrt. Ein echtes Problem, aber auch hier versucht man zu improvisieren. "Im Moment tingeln wir von PC zu PC", beschreibt Rainer Pfaller die verfahrene Situation.

Erst mit dem Code kommt man auf die Anmeldungsseite. Die Standardantwort lautet derzeit noch, dass es keine weiteren Impftermine gibt, weil der Impfstoff fehlt. Ein Großteil geht an die Pflegeheime für die Bewohner und das Personal. Rund 150 Dosen bleiben pro Woche übrig, wohlgemerkt für den ganzen Landkreis. Rund 30 am Tag, hat Maier ausgerechnet.

Aber er ist hartnäckig und sammelt weiter Codes, um rechtzeitig für seine Schützlinge den Fuß in der Tür zu haben, wenn es wieder Termine gibt. Für rund 80 Prozent hat er immerhin die Codes beschafft.

Senioren freuen sich über Hilfe

Maier lobt die Geduld der Senioren. Sie freuen sich, dass ihnen bei der Buchung geholfen wird, denn das Verfahren scheint vielen kompliziert. Oft herrsche die pure Unsicherheit vor dem Bildschirm. Auch wenn der Impftermin erst in ein paar Wochen anstehen sollte, sie warten, bis sie an der Reihe sind. "Die Senioren wissen natürlich auch, dass es derzeit wenig Impfstoff gibt", so Maier.

Aber auch beim Impftermin liegt die Tücke im Detail. was ist, wenn eine Seniorin nur noch einen abgelaufenen Personalausweis in der Schublade liegen hat oder nicht über einen Impfpass verfügt? "Keine Sorge", gibt Norbert Oswald, Vorsitzender des Frohen Alters, Entwarnung. Im Impfzentrum will man unbürokratisch handeln, und für die Impfung gibt’s eine Bescheinigung, damit alles dokumentiert ist. Rainer Pfaller sieht noch ein weiteres Problem: Wie belehrt man eine 90-Jährige, die kaum etwas sieht oder nichts hört?

Auch die freiwilligen Fahrer zum Impfzentrum werden jetzt eingewiesen. Sie erhalten eine Check-Liste, um den Senioren die Sorgen zu nehmen. Hat der Senior den Impfcode dabei? Wo ist die vorgeschriebene Maske für die Fahrt? Brille eingesteckt? Ist der Medikamentenplan bei den Unterlagen? Muss ein Rollator eingeladen werden?

Maier zeigt sich dennoch zuversichtlich. Wenn es erst einmal genügend Impfstoff und damit Termine gebe, werde sich das alles einspielen, da ist er ganz sicher. Inzwischen begibt er sich wieder auf die Jagd nach den unentbehrlichen Codes. Denn: Aufgeben gilt nicht.

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