Wichtiger Tag in der ASB-Seniorenresidenz in Dobel: Bewohner und Mitarbeiterschaft, hier Pflegehilfskraft Agata Majecki (links), werden vom mobilen Impfteam aus Tübingen um Arzt Felix Reichel (Vierter von links) aufgeklärt und gegen Corona geimpft. Fotos: Gegenheimer Foto: Schwarzwälder Bote

Gesundheit: In Dobel wurde die Hälfte der Bewohner und Mitarbeiter der ASB-Seniorenresidenz gegen das Coronavirus geimpft

Eine Mitarbeiterin verlässt mit breitem Lächeln die ASB-Seniorenresidenz und zeigt stolz wie eine Siegerurkunde ihre Bescheinigung: Im Dobler Heim war am Dienstag erster Corona-Impftag.

Eine Mitarbeiterin verlässt mit breitem Lächeln die ASB-Seniorenresidenz und zeigt stolz wie eine Siegerurkunde ihre Bescheinigung: Im Dobler Heim war am Dienstag erster Corona-Impftag.

Dobel. "Letzte Woche bekamen wir den Termin relativ kurzfristig mitgeteilt", berichtete Melanie Lausegger, Geschäftsführerin des ASB Nordschwarzwald, "aber selbstverständlich haben wir ihn sofort bestätigt." Ein mobiles Impfteam mit einem DRK-Bevölkerungsschutzfahrzeug war am Vormittag aus Tübingen gekommen, ein Arzt, drei Medizinstudenten sowie ein Rettungssanitäter. Sie fanden alles von der Heimleitung gut vorbereitet vor.

"Die ärztlichen Aufklärungsgespräche mit Bewohnern, ihren Angehörigen oder Betreuern fanden schon im Vorfeld statt, die Unterlagen liegen parat", berichtet Heimleiterin Veronika Kruppa, "so kann jetzt alles zügig über die Bühne gehen." Rund die Hälfte der eingeplanten Bewohner und Mitarbeiter sind in den ersten eineinhalb Stunden geimpft, zur Mittagszeit kommt ein weiteres mobiles Impfteam als Unterstützung dazu. Insgesamt stehen 25 ältere Heimbewohner und 22 Mitarbeiter auf der Liste.

"Diejenigen, die innerhalb der letzten sechs Monate positiv auf Corona getestet wurden, dürfen leider nicht geimpft werden", erklärt die Heimleiterin die reduzierte Zahl auf jeweils etwa 50 ­Prozent.

Anfang März muss nachgeimpft werden

Kurz vor halb zwölf Uhr ist Pflegehilfskraft Agata Majecki an der Reihe. Ein bisschen aufgeregt sitzt sie Arzt Felix Reichel gegenüber, der sie über wesentliche Dinge aufklärt: mögliche Nebenwirkungen des Biontec-Impfstoffes, der hier verimpft wird, die Mitteilung des zweiten Impftermins, der auf den 9. März datiert ist: "Haben Sie sonst noch Fragen?"

Derweil liegen sämtliche Unterlagen vor den Medizinstudenten, die Daten erfassen und Listen abhaken. Sie alle studieren an der Universität Tübingen, die gemeinsam mit dem DRK die Teams organisiert. Sie haben sich freiwillig für bestimmte Einsatzzeiten in Impfteams gemeldet. Bezahlt werden sie über die Ehrenamtspauschale. Einer der Medizinstudenten verabreicht den kleinen Pieks – "Ist es schon vorbei?", fragt Majecki erstaunt – und nimmt gleich darauf stolz ihren Impfausweis entgegen. Jetzt gehört auch sie zu den glücklichen Geimpften.

Wie viel dies für die Mitarbeiterschaft des Seniorenheimes bedeutet, beschreiben Heimleiterin Kruppa und Pflegedienstleitung Nicole Munisi: "Die letzten Wochen seit dem Corona-Ausbruch im Dezember – da lastete ein ungeheurer Druck auf uns allen. Wir hatten sehr großes Glück, dass es keine schweren Verläufe gab. Aber jeder hat Bedenken täglich mit nach Hause getragen, in die Familie – und natürlich wollte auch niemand das Virus ins Heim noch einmal einschleppen. Das heute ist ein sehr emotionaler Tag!"

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