Curevac will 150 Stellen auf freiwilliger Basis abbauen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Im letzten Quartal des vergangenen Jahres gab es leichte Verbesserungen – aber insgesamt immer noch Verluste. Das Tübinger Unternehmen will auch Impfstoff gegen Vogelgrippe entwickeln.

Curevac rutscht tiefer in die roten Zahlen. Der operative Verlust des einstigen Hoffnungsträgers bei der Bekämpfung von Corona stieg im vergangenen Jahr von 249,5 Millionen Euro auf 274,2 Millionen Euro. Der Umsatz ging von 67,4 Millionen Euro auf 53,8 Millionen Euro zurück. Nur im vierten Quartal konnte gegenüber dem Vorjahr Boden gut gemacht werden: Der Umsatz verdoppelte sich hier nahezu auf 22,6 Millionen Euro. Umsätze erzielt Curevac unter anderem durch Gelder seines Partners Glaxo-Smith-Kline (GSK). Dieser zahlt etwa dafür, dass bestimmte Schritte in der Erprobung von Medikamenten erreicht wurden. Eigene Produkte hat Curevac noch nicht auf dem Markt. Finanziert wird Curevac wie andere Biotechnikunternehmen durch Investoren.

 

Um die Verluste zu reduzieren, hat das Unternehmen ein Sparprogramm beschlossen. In dessen Rahmen sollen, wie berichtet, 150 Stellen auf freiwilliger Basis abgebaut werden. Die Kosteneinsparungen sollen ab der zweiten Hälfte des laufenden Jahres wirksam werden. Curevac zählt etwa 1100 Beschäftigte, davon rund 950 in Tübingen.

Vertrag mit Bund gekündigt

Neu ist die Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Vogelgrippe. Curevac arbeitet auch weiter an der Entwicklung von Impfstoffen gegen Corona und Grippe. Außerdem wird weiter an Impfstoffen gegen Krebs geforscht. Zum 1. Juni soll Thaminda Ramanayake in die Geschäftsführung eintreten. Dieser verfüge über mehr als 15 Jahre Erfahrung in Biopharma-Unternehmen. Gekündigt haben Curevac und Glaxo-Smith-Kline einen Vertrag mit dem Bundesgesundheitsministerium. In dessen Rahmen sollte für eine Pandemie eine Produktionsanlage für Impfstoffe bereitgestellt werden. Finanzielle Auswirkungen habe dies nicht, teilte Curevac mit. Sobald man eigene Produkte habe, wolle man diese auf der Anlage herstellen. Die Fertigstellung war ursprünglich für Anfang des Jahres geplant gewesen, jetzt hofft man auf den Sommer. Die auf mehrere Jahre verteilten Kosten für die Anlage wurden nach früheren Angaben auf zwischen 100 Millionen Euro und 150 Millionen Euro beziffert.