Das ehemalige Volksbank-Gebäude am Hechinger Obertorplatz sollte am 5. Juni zwangsversteigert werden. Daraus wird nun nichts. Foto: Roth

Über den Besitz der EJL Stadtentwicklung GmbH wurde vom Amtsgericht Hechingen die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet.

Die EJL Stadtentwicklung GmbH hat beim Amtsgericht Hechingen den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das eigene Vermögen gestellt.

 

Das geht aus einem Eintrag auf der offiziellen Internetseite der Insolvenzgerichte in Deutschland hervor.

Demnach wurde der Antrag bereits am 8. Mai eingereicht. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Axel Kulas aus Stuttgart bestellt.

Dies hat auch Folgen für den geplanten Zwangsversteigerungstermin der ehemaligen Volksbank am Obertorplatz: Der Termin sollte kommende Woche Donnerstag, 5. Juni, ab 10 Uhr stattfinden.

Nun wurde der Termin aufgehoben, wie ein Blick auf die Internetseite www.versteigerungspool.de, auf welcher das Amtsgericht Hechingen seine Zwangsversteigerungstermine veröffentlicht, zeigt. Der Verkehrswert der Immobilie wurde von einem Wertgutachter auf 670 000 Euro beziffert.

Zwangsversteigerungstermin aufgehoben

Dies war vorhersehbar. Denn im Beschluss des Amtsgerichts steht wörtlich: „ Zur Verhinderung nachteiliger Veränderungen in der Vermögenslage der Schuldnerin“ werde angeordnet, dass „Maßnahmen der Zwangsvollstreckung“ gegen die Schuldnerin untersagt werden, soweit nicht unbewegliche Gegenstände betroffen seien. Zwar handelt es sich bei einer Immobilie um eine unbewegliche Sache, dennoch hat der Insolvenzverwalter das letzte Wort, wie ein weiterer Absatz im Amtsgericht-Beschluss deutlich macht: „Verfügungen der Schuldnerin über Gegenstände des schuldnerischen Vermögens sind nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam“, heißt es dort.

Bereits der Termin für die Zwangsversteigerung der ehemaligen Drogerie Zink wurde abgesagt. Auch dieser hätte am Donnerstag, 5. Juni, stattfinden sollen. Dazwischen kam der Brand in einer Zwischendecke Anfang Mai.

Auf Anfrage unserer Redaktion beim zuständigen Insolvenzverwalter hieß es kurz nach der Eröffnung des Verfahrens, dass man über die näheren Umstände der EJL-Insolvenz noch keine Aussage treffen könne. Man müsse sich erst einen Blick über die Vermögenslage verschaffen.

Offen ist damit auch, wie es mit den Bauprojekten der EJL in Hechingen weitergeht. Erst jüngst hatten die Arbeiten am EJL-Großbauprojekt in der Gammertinger Straße wieder an Fahrt aufgenommen.

Wie geht es mit den Bauprojekten weiter?

Geschäftsführer der EJL Stadtentwicklung GmbH ist inzwischen Oliver Weigel. Er ist im Frühjahr auf Daniel Löwenstein gefolgt, der nach einem erstinstanzlichen Urteil des Landgerichts Hechingen abberufen wurde.

Ihm wurden unter anderem „Insolvenzverschleppung“ und Misswirtschaft vorgeworfen. Womöglich hatte sich damals die Insolvenz schon angekündigt, die jetzt amtlich ist.