Das Gebäude, in dem viele Jahre lang das Schwenninger City-Kino im Erd- sowie ersten Obergeschoss beheimatet war, erstrahlt mittlerweile in neuem Glanz. Foto: Mareike Kratt

Einst flimmerten hier zahlreiche Blockbuster über die Leinwand. Jetzt ist der Umbau des Schwenninger City-Kinos fast fertig. Und wofür wird es künftig überhaupt genutzt?

Mittlerweile möchte man nicht mehr meinen, dass an der Spittelstraße 9 einst ein altehrwürdiges Lichtspielhaus stand, das nach seinem Aus im Laufe der Jahre immer mehr zu einem Schandfleck mit umherliegendem Müll verkommen war.

 

Nun strahlt das umgebaute Gebäude im neuen – hellen – Glanz, nachdem es kernsaniert und in diesem Zuge auch die Fassade komplett erneut wurde. Doch hinter ihm liegt ein langes Verkaufsprozedere.

Seit 2011 stand das ehemalige Lichtspielhaus, das mit seinem Baustil an die 1950er-Jahre erinnert hat und in dessen Obergeschoss Wohnungen untergebracht waren, leer. Damals hatte es der ehemalige Villinger Blueboxx-Kinobetreiber Hans Müller erworben, im Jahr 2017 – entgegen ursprünglicher Pläne – das Objekt dann an das Familienunternehmen Seemann aus Villingen verkauft, das verschiedene Pläne damit hatte.

Kaufinteresse der Gemeinde

Zwischenzeitlich hatte die gegenüberliegende Stephanus-Gemeinde Interesse bekundet, das Gebäude als neues Gemeindedomizil zur Miete zu nutzen. Damals war bereits klar, dass das Haus nicht abgerissen, sondern umgebaut werden soll. Doch mitunter ein fehlender Investor hatte das Projekt zum Scheitern gebracht, die Gemeinde hatte folglich ihr Interesse zurückgezogen.

2021 hat das Gebäude ein weiteres Mal seinen Eigentümer gewechselt: Tarek Zeaiter, der in Schwenningen unter anderem das Snack-Restaurant City Wrap betreibt, hatte es übernommen, um mithilfe der Arche Group GmbH als Projektentwickler neue Gewerbe- und Wohnpläne voranzutreiben.

Neue Wohnungen

Das bedeutet, dass das Haus, in dem sich das ehemalige Filmtheater über das Erd- sowie das erste Obergeschoss, die bisher bestehenden Wohnungen über das zweite Obergeschoss erstreckt hatten, in den vergangenen drei Jahren kernsaniert worden ist – mit Verzögerungen durch fehlende Unterlagen für die notwendige Baufreigabe für das Erdgeschoss.

Die neuen Wohneinheiten – 18 an der Zahl – erstrecken sich jetzt über das erste und zweite Obergeschoss, zudem gibt es eine große Penthousewohnung mit Dachterrasse.

Gewerbe

Das Erdgeschoss, für das es in der Zwischenzeit eine Baufreigabe gegeben hat, soll hingegen für Geschäftszwecke genutzt werden. Dass hier also ein oder mehrere Gewerbeeinheiten geplant sind, hatte der Arche-Geschäftsführer und zuständige Projektentwickler Semi Fadhila bereits vor vier Jahren, kurz nach Erwerb des Gebäudes durch Tarek Zeaiter im Gespräch mit unserer Redaktion mitgeteilt. Fertiggestellt ist es allerdings noch nicht – es befindet sich derzeit noch im Rohzustand, wie der Anblick der Räumlichkeiten verrät. Immerhin: Eine neue große Eingangstür ist bereits eingebaut.

Ein Bild aus älteren Tagen: So sah das City- Kino noch im Jahr 2021 aus. Foto: Mareike Kratt

Beim Blick auf eine gängige Immobilienplattform wird deutlich: Die Räume sind bisher noch nicht vermietet und werden als „repräsentative Laden- und Bürofläche“ zur Pacht durch die Arche Group angeboten. Die 220 Quadratmeter große Fläche sei vielseitig nutzbar – als Großraumbüro, Laden- und Verkaufsfläche oder als Gastronomie beziehungsweise Restaurant. Da sich das Objekt – bekannterweise – derzeit noch in der Bauphase befinde, seien Kundenwünsche und Anpassungen möglich.

Bis das umgebaute Gebäude also wieder komplett genutzt werden kann – sowohl von Wohnungsmietern als auch von Gewerbetreibenden – bleibt derweil abzuwarten.