Im Königsfelder Gemeinderat geht es um die Wohnsituation. Dabei rücken marode und leerstehende Immobilien in den Fokus. Bürgermeister Fritz Link bezieht Stellung.
Einwohnerin Barbara Hoss lobte im Gemeinderat das geplante Leerstandskataster für den Einzelhandel. Neben Einkaufsmöglichkeiten brauche es aber auch bezahlbaren Wohnraum.
Hoss wies auf Missstände in Häusern hin, beispielsweise die „abbruchreife“ Immobilie in der Friedrichstraße 13. Die chinesische Eigentümerin war laut Bürgermeister Fritz Link viele Jahre lang nicht erreichbar, ist nun aber zu einem Verkauf bereit. Die Gemeinde habe sie, auch wegen eines polizeilichen Vorkommnisberichts, aufgefordert, das Gebäude zu sichern, wozu sie ebenfalls bereit sei.
Gegen Vandalismus sichern müsse man das Haus in der Stellwaldstraße 2, das trotz Wasserschäden vielleicht noch zu retten sei, so Hoss. Das Haus ist laut Link im Besitz eines türkischen Staatsbürgers, der ebenfalls zum Verkauf bereit ist.
Zu diskutieren sei ein Übergangserwerb der beiden Objekte durch die Gemeinde, so Link. Man könne sich aber nicht mit beliebig vielen Gebäuden belasten, es gehe dann nur um das Anstoßen einer Projektentwicklung. Auch gebe es ein erhebliches Risiko, auf Parzellen sitzen zu bleiben.
Erschreckender Zustand
„Erschreckend“ nannte Hoss den Zustand der Häuser am Klimschpark und fragte, warum das denkmalgeschützte Ensemble nicht geschützt wird und ob das Denkmalamt informiert ist. Es bestehe ein Haftbefehl, so Link, zuständig sei aber nicht die Gemeinde, sondern die untere Denkmalschutzbehörde. Die habe man schon drei Mal schriftlich aufgefordert, den Zustand in Augenschein zu nehmen und aktiv zu werden. Eine Rückäußerung sei bisher nicht erfolgt.
Zur von Hoss angesprochenen Möglichkeit der Enteignung bei verfallenden Gebäuden erklärte Link, dass die öffentliche Hand nur eingreifen darf, wenn öffentliche Sicherheit und Ordnung bedroht sind. Besitzer dürften mit ihrem Privateigentum zunächst einmal verfahren, wie sie wollten.
Das von Hoss gewünschte Kataster für leerstehenden Wohnraum gebe es laut Link schon. Es umfasst sämtliche Ortsteile, Leerstände und Brachflächen.