Im Mai wurde das Haus von Mayk Herzog nach jahrelangem Ärger mit der Stadt zwangsgeräumt. Jetzt hat er einen Makler für das Lotzer-Haus.
Wird das Lotzer-Haus nach jahrelangem Ärger mit dem Rathaus endlich verkauft? Nach der Zwangsräumung im Mai 2025 verhandelte Besitzer Mayk Herzog nach eigenen Angaben mit mehreren Kaufinteressenten. Jetzt ist ein Makler im Spiel.
Am Donnerstagmorgen hat Immobilienmakler Tobias Schneider seine Schilder an das Lotzer-Haus gehängt. Er sagt: „Mayk Herzog hat mich gebeten, das schnell zu machen. Damit man sieht, dass was geht.“
Einen Preis und ein Exposé gibt es noch nicht. Schneider: „Ich werde nächste Woche einen Termin mit Bürgermeister Zimmermann machen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Mein Ziel ist es, ein kleines Stückchen zum Umbau der Kernstadt beizutragen.“
Nach dem Gespräch mit dem Bürgermeister will er das Objekt vermarkten. Immobilienmakler Schneider: „Ich sehe da Chancen, den richtigen Investor zu finden. Langfristig sehe ich da eher wieder Gewerbe als Gastronomie.“
Immer Zoff um das Lotzer-Haus
Für das Rathaus war es seit über einem Jahrzehnt das „Ärger-Haus“. Los ging es mit dem Ärger um die bunten Dachziegel mit Mayk Herzog. Dann die Querelen um die Nutzungsänderung – das ehemalige Restaurant Belle Arti auf zwei Geschossen und die ehemalige Haifischbar wurden teilweise zu Wohnungen umgebaut. Herzog reagierte mit Müll-Kunst und Vorwürfen gegen das Rathaus an der Fassade.
Zuletzt hatte sich Besitzer Mayk Herzog gegen die Zwangsräumung wegen Brandschutzmängeln und mehr vergeblich juristisch gewehrt.
Am 15. Mai gegen 6 Uhr verlässt Mayk Herzog mit seiner Katze auf dem Arm sein „Lotzer-Haus“ – Zwangsräumung. Kurz danach sagt er: „Ich verkaufe.“ Grund: Er habe keine Lust mehr, bis an sein Lebensende für die Mieter da zu sein.
Herzog war mit mehreren Interessenten im Gespräch. Ein Kaufinteressent sagt dieser Redaktion: „Herzog und ich waren uns im Sommer einig über den Preis. Ich habe alles genau durchgerechnet. Die Zinsen sind inzwischen gestiegen. Deshalb musste ich im Dezember den Kauf absagen.“
Jetzt wird auch der Schwanen verkauft
Mayk Herzog. Sein (Nach-)Name steht auch für den „Schwanen“-Nachfolgerbau in der Neckarstraße beim Ihlinger Tor (früher bekannt durch das Skulpturenpaar und das Café Leda). Das wollte er mal gemeinsam mit dem Belle Arti, im Lotzer-Haus dem ehemaligen Dolcetto (inzwischen Dolce Vita) im Jahr 2013 mit dem italienischen Gastronomen Roberto Materazzi zur Italo-Gastro-Meile entwickeln.
Nach der Scheidung von seiner Frau Birgit wurde ihm das Lotzer-Haus zugeschrieben, ihr der „Schwanen“. Auch der wird jetzt über Makler Tobias Schneider verkauft. Kaufpreis: 880 000 Euro.