Die Führung des Geschichts- und Altertumsvereins stößt auf großes Interesse. Foto: Siegmeier

Johannes Waldschütz gibt bei der Führung des Geschichts- und Altertumsvereins interessante Einblicke in die Renovierungsarbeiten seines historischen Stadthauses.

Erste Untersuchungen zur Bausubstanz wurden bereits durchgeführt, und hier und da wurden bereits Teile der Decke entfernt, um zu schauen, welche Bausubstanz sich darunter verbirgt: Das Haus Lorenzgasse 7 soll umgebaut und renoviert werden.

 

Nach dem Tod von Winfried Hecht, der die Immobilie mit Geschichte mehr als 50 Jahre bewohnt und davor umfangreich renoviert hat, haben Kreisarchivar Johannes Waldschütz und seine Frau Simone das Haus erworben.

In einer Führung hat Waldschütz, als stellvertretender Vorsitzender des Geschichts- und Altertumsvereins, seine Türen kürzlich für die Öffentlichkeit geöffnet. Das Interesse war riesig.

Ein Preis für Renovierungsarbeiten

Winfried Hecht hatte damals für seine umfangreichen Renovierungsarbeiten den Peter-Haag-Preis erhalten. Das Fachwerkhaus wurde einst auf den Resten eines Vorgängerbaus im 18. Jahrhundert errichtet. Soviel ist über das Haus bekannt.

Hecht sei viele Jahre davon ausgegangen, dass das Haus bereits im späten 15. Jahrhundert erbaut worden sei, da auf der Pürschgerichtskarte von 1564 an dieser Stelle ein Haus eingezeichnet ist. Eine dendrochronologische Untersuchung eines Holzbalkens habe aber ergeben, dass dieser deutlich jünger ist und aus 1716 stammt. „Um 1720 muss hier wohl ein größerer Umbau stattgefunden haben“, vermutet Waldschütz, der zugleich aufzeigt, dass die beiden Gebäude Lorenzgasse 5 und 7 einst ein Haus waren, da die beiden Hausteile bis heute über die Scheuer miteinander verbunden sind.

Für mehr Licht

Eine steile und schmale Holztreppe führt hinauf in die Wohnräume. Die sind, wie in alten Stadthäusern üblich, recht düster. „Wir wollen hier deutlich mehr Licht reinbekommen“, erklärt Waldschütz. Dazu befindet er sich in Abstimmung mit dem Denkmalamt und zeigt so auf, welche Hürden es zunächst zu nehmen gilt, bevor mit konkreten Planungen begonnen werden kann. So heißt es zunächst, behutsam an die Sache ranzugehen und damit rechnen, dass Pläne und Vorstellungen sich im Laufe der Umbauarbeiten ändern. Alte Bausubstanz hält gerne Überraschungen bereit.

Apropos bedacht herangehen: Um entsprechende Fördermittel zu bekommen, müssen ohnehin erst bewilligte Anträge vorliegen, bevor Hand angelegt werden darf, informiert Waldschütz. Um sich über die Bausubstanz zu informieren und planen zu können, wurde dennoch hier und da schon mal alte Dämmung und abgehängte Decken abgenommen. Und die Freude war groß, denn darunter verbargen sich alte Holzdecken, die jetzt renoviert werden sollen. Eine große Frage ist zudem, wie man in dem denkmalgeschützten Haus mit zeitgemäßen und bei der heutigen Technik notwendigen Steckdosen, Lichtschaltern und Lampen umgeht.

An allen Ecken Herausforderungen

Schnell wird klar: So ein historisches Stadthaus zu renovieren, hat seinen Reiz, doch an vielen Ecken tun sich Herausforderungen auf.

Bauforscher Stephan King habe sich bereits ein Bild von der Immobilie gemacht. So war das Fachwerk nie als Sichtfachwerk angelegt und die Böden im ersten Obergeschoss sind nicht bauzeitlich, sondern vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein großer Wunsch von Simone und Johannes Waldschütz ist es, mehr Elemente aus dem 18. Jahrhundert wieder sichtbar zu machen.