Die Gemeinde hat die frühere Arztpraxis oberhalb des La Fontana erworben. Nun sind die Aussichten laut Bürgermeister Jürgen Leichtle gut, dass dort und im angrenzenden Obergeschoss des Haus des Gastes eine langfristige Vermietung zustande kommt.
Nachdem es mit dem Nahversorger im Erdgeschoss des Haus des Gastes nicht geklappt hat, tut sich nun also offenbar bald etwas im Obergeschoss. Wer dort einziehen möchte, wollte Leichtle aber nicht bekannt geben, da das Ganze noch nicht komplett in trockenen Tüchern ist.
Bevor es aber soweit ist, muss die Gemeinde aber erst einmal kräftig in Vorleistung gehen. Die Räumlichkeiten sind insbesondere im Haus des Gastes marode. So müssen laut Kostenschätzung 815 000 Euro für den Umbau investiert werden. An Fördermitteln der STEG sind 172 000 Euro vorgesehen. Der Gemeindeanteil würde bei 522 000 Euro liegen. Gegengerechnet werden könne die langfristige Vermietung, so Leichtle.
Ansonsten glichen die Haushaltsberatungen im Gemeinderat eher einem Streichkonzert.
Dachsanierung erst später
LED-Beleuchtung im Gemeindehaus? Verschoben. Notstromversorgung für Rathaus, Gemeindehaus, Feuerwehrgerätehaus und Seniorenresidenz? Frühestens 2026. Sonnensegel zur Beschattung des Rathausplatzes? Abgelehnt. Umbau des Gerätelagers der Feuerwehr? Nicht möglich.
Und so ging es munter weiter. Der Gemeinderat hatte sich bereits einige Tage zuvor nichtöffentlich getroffen, um Einsparpotenziale im Haushalt auszuloten.
Die Dachsanierung am Rathaus wird im kommenden Jahr ebenso wenig angepackt wie der Einbau eines behindertengerechten Aufzugs. Der barrierefreie Umbau der Bushaltestelle Sieben Linden wird auf 2028 verschoben, die Erschließung des Baugebiets Hölzleshof gar auf 2029.
Problemfall Pfarrer-Sieger-Straße
Die weiteren großen Brocken waren die Abwasserversorgung Mooswald. Hier befand der Gemeinderat, dass die Gemeinde diese enormen Ausgaben nicht in Eigenregie stemmen könne.
Anders sah es bei der Sanierung der Pfarrer-Sieger-Straße aus. Stefan Weinmann fragte sich trotzdem: „Ist es das wert?“, angesichts von mindestens 720 000 Euro Eigenanteil der Gemeinde. Die Gesamtkosten liegen für Kanal- und Straßenbau bei rund 1,6 Millionen Euro.
Rolf Buchholz sprach sich dafür aus, das Ganze um ein Jahr zu verschieben. Dann habe man mehr Klarheit über einen möglichen Abwasserzuschuss von 180 000 Euro.
Zuschuss gesichert
Bürgermeister Jürgen Leichtle verwies darauf, dass die Maßnahme mit dem dazu gehörigen Ausbau des Gehwegs an der Fohrenbühlstraße als begonnen gelte – und somit auch der Zuschuss aus dem Ausgleichstock gesichert sei. Letztlich entschied sich das Gremium dafür, die Maßnahme im kommenden Haushalt zu belassen.
Der Haushaltsentwurf für 2025 wurde beschlossen. Allerdings sehe dieser immer noch Kreditaufnahmen von rund zwei Millionen Euro vor, mahnte Kämmerer Karl-Heinz Villinger. „Wir haben auch 2026 Großes vor und müssen schauen, wie wir das alles hinkriegen“, sagte er mahnend.