Auch bei wenig Schnee kann im Eulenloch gerodelt werden. Foto: Thomas Fritsch

An immer weniger Tagen hat der Skilift Eulenloch in Langenbrand offen. Klar ist, dass da ein Betrieb nicht einfach ist – nichtsdestotrotz bleibt Betreiber Alexander Faas positiv.

Mit den Skiern über die Schneedecke sausen. Es ist kalt. Rasant gleitet man den Berg hinunter. So ungefähr wünschen sich das viele auch in Langenbrand beim Skilift Eulenloch. Doch hier werden die Betriebstage immer weniger. Immer seltener fallen kalte Temperaturen und Niederschlag zusammen, so dass ausreichend Schnee auf der Piste liegt.

 

Jüngst konnte der Lift allerdings für zwei Tage öffnen. Im Gespräch mit unserer Redaktion spricht Alexander Faas, einer der Betreiber des Skilifts, über den aktuellen Betrieb und die Schwierigkeiten bei der Finanzierung.

Skifahren „ist ein wunderbarer Sport“, weiß Faas. Und für die Skiliebhaber der Region steht der Skilift Eulenloch bereit – wenn es das Wetter zulässt. Der Betreiber erklärt, dass sich der Lift verhältnismäßig weit unten befinde. Um genau zu sein, befinde man sich unten auf 600 Metern und oben auf 623 Metern. Es handele sich um den tiefstgelegenen Skilift im Nordschwarzwald.

Betrieb im Eulenloch auch bei wenig Schnee

Faas erklärt, dass im Eulenloch aufgrund der Höhenlage oft weniger viel Schnee liegt als beispielsweise in Simmersfeld oder Kaltenbronn. Das sei auch ein Grund dafür, dass man bereits bei wenig Schnee offen hat, so der Betreiber. An den beiden Betriebstagen dieser Saison sei man auch minimalinvasiv mit der Pistenraupe unterwegs gewesen. Dadurch, dass sich unter der dünnen Schneedecke hauptsächlich Gras und kaum Fels oder Stein befindet, ist der wenige Schnee nicht allzu schlimm, erklärt Faas. „Da schauen dann nur Grasbüschel durch.“

Skilift hat an immer weniger Tagen geöffnet

Nichtsdestotrotz: Die Zahl der Betriebstage geht zurück. Auf der Internetseite des Skilifts findet sich eine Betriebstage-Statistik. Dabei fällt auf, dass der Lift vor vergangenem Sonntag das letzte Mal in der Saison 2022/2023 für zwei Tage geöffnet war. Die Tage, an denen Skibetrieb ist, sind über die Jahre hinweg immer weniger geworden. Der Statistik ist zu entnehmen, dass es in den Saisons vor 2019/2020 kaum Jahre gab, in denen sich eine Saisonkarte nicht so richtig gelohnt hat. Mittlerweile ist es augenscheinlich andersherum.

Auch wenn der Skilift nicht übermäßig besucht ist, kommen viele Rodler ins Eulenloch. Foto: Thomas Fritsch

Auch in dieser Saison sind „extrem wenig“ Saisonkarten verkauft worden, so Faas auf Anfrage unserer Redaktion. Früher hätten viele Besucher eine Saisonkarte gehabt. Doch die Leute sehen selbst, dass die schneereichen Tage, an denen Skigefahren werden kann, weniger werden. Die Zahl der verkauften Saisonkarten sei an zwei Händen abzuzählen und zu vernachlässigen. Teils handele es sich bei den Käufern außerdem um Leute, die nicht einmal zum Skifahren da sind, sondern lediglich zum Erhalt des Lifts beitragen wollen.

Skilift ist nicht übermäßig gut besucht

An den beiden Betriebstagen dieser Saison sei der Skilift im Übrigen „nicht übermäßig gut besucht“ gewesen. Besucher hätten nicht anstehen müssen, erklärt Faas. Allerdings seien viele Rodler unterwegs gewesen.

Denn neben dem Skilift gibt es im Eulenloch auch eine Rodelbahn und eine Skisprungschanze. Der Betreiber weiß, dass für die Rodelbahn auch weniger Schnee ausreicht. Die Skisprungschanze kann ebenfalls befahren werden. Faas beschreibt sie als die „schwarze Abfahrt vom Eulenloch“.

Wie oft wird man in dieser Saison im Eulenloch noch Skifahren können? Faas weiß, es ist „nicht wirklich viel Schnee da“. Je nach Wetter wäre denkbar, dass am Freitagabend mit Flutlicht gefahren werden kann. Am Samstag ist der Skilift tendenziell ab zehn Uhr geöffnet. Laut Wetterprognose sehe es so aus, als wäre „ab Montag wieder Schicht im Schacht“, so der Betreiber.

Betreiber weiß: irgendwie geht es immer

Doch wie finanziert sich der Skibetrieb bei so wenigen Betriebstagen in den vergangenen Jahren? Den Klimawandel gibt es, das sei nicht zu leugnen und definitiv ein Problem, erklärt der Liftbetreiber. Der Betrieb „ist definitiv ein Minusgeschäft“, merkt Faas an. Es sei „schon schwierig“. Irgendwie gehe es aber immer – durch ehrenamtliche Helfer, Dauerkartenbesitzer und Trinkgeld. Reparaturen erledige man ebenfalls in Eigenregie. Für Faas ist klar: Wenn der Lift offen hat, kommen die Leute und freuen sich. Erst wenn das mal nicht mehr so ist, müsse man sich die Sinnfrage stellen.