Drei von zahlreichen Helfern hinter den Kulissen der Bundestagswahl (von links): Hauptamtsleiter Johannes Klingler sowie Virginia Gothe und Erika King vom Bürgerbüro. Foto: Schönfelder

Bundestagswahl: Zahl der Briefwähler nimmt weiter zu / Im Rathaus Vorbereitungen fast abgeschlossen

Wenn am Wahlabend die Sieger jubeln und sich die Verlierer fragen, woran es gelegen hat, ist ihre Arbeit getan. Im Zimmerner Rathaus laufen die Fäden bei der Bundestagswahl bei Hauptamtsleiter Johannes Klingler und Erika King zusammen.

Zimmern o. R. Die beiden sind inzwischen alte Hasen in Sachen Wahlen, und Routine ist Gold wert, wenn es hektisch werden sollte.

Die beiden sehen der Wahl allerdings gelassen entgegen, selbst Corona bringt sie nicht aus dem Konzept, denn bei der Landtagswahl ist unter ähnlichen Pandemie-Bedingungen auch alles glatt gelaufen.

In den Wahllokalen werden wieder separate Ein- und Ausgänge eingerichtet, es herrscht Einbahnverkehr. Maskenpflicht ist selbstverständlich, ein Spuckschutz schützt die "Besatzung", und es werden sich nur drei Wähler zur gleichen Zeit im Wahllokal aufhalten, zählt Klingler die Maßnahmen auf.

Die Wahlunterlagen sind beim Landratsamt bestellt und bereits geliefert, die Wahlbenachrichtigungen sind raus, inzwischen läuft der Rücklauf, für diejenigen, die per Brief abstimmen wollen. Insgesamt 56 Helfer werden am Wahlsonntag zunächst für einen reibungslosen Ablauf der Wahl sorgen, bevor sie die Stimmen am Wahlabend auszählen. Die Helfer werden in den kommenden Tagen noch einmal eine Schulung erhalten.

Erika King kann auf eine bewährte Mannschaft aus den Gremien und aus der Verwaltung zurückgreifen. Johannes Klingler rechnet mit dem Ergebnis gegen 19.30 Uhr, wenn alles klappt, aber: "Man steckt nicht drin".

Bemerkenswert ist auch bei dieser Wahl die Zahl der Briefwähler. Die Unterlagen können im Zimmerner Rathaus per Post, Mail, über die Homepage der Gemeinde oder auch persönlich angefordert werden. "Da ist das Bürgerbüro stark eingebunden", betont Klingler. Virginia Gothe, Nadine Volkwein, Ingrid Laup­heimer-Rottler in den Ortsverwaltungen und eben Erika King, die normalerweise für Standesamt, Ordnungsamt und Bürgerbüro zuständig ist, haben alle Hände voll zu tun. King bittet im Gespräch mit unserer Redaktion diejenigen, die sich zur Briefwahl entschlossen haben, darum, die Unterlagen "nicht auf den letzten Drücker" zu beantragen. Möglich sei dies allerdings bis zum Freitagabend 18 Uhr vor dem Wahlsonntag.

Bis zum Mittwochmittag hatten bereits 1819 Zimmerner die Briefwahl beantragt. Immerhin schon jetzt 37 Prozent der 4789 Wahlberechtigten. "Da werden wohl noch um die 100 Wähler dazukommen", schätzt der Hauptamts- und Wahlleiter. Die Zahl steige schon seit Jahren, die Pandemie habe noch einmal für einen Schub gesorgt, so Johannes Klingler. Schon zur Landtagswahl wurde ein zweiter Briefwahl-Bezirk in Zimmern eingerichtet, so soll es auch zur Bundestagswahl beibehalten werden, damit die Auszählung zügig über die Bühne geht. Wenn die Pandemie vorüber sei, werde die Zahl sicher wieder sinken, aber es werde ein "Sockel" derjenigen bleiben, die diese angenehme und flexible Art der Wahl kennen und schätzen gelernt haben, zeigt er sich überzeugt.

Und wird es in absehbarer Zeit die reine Wahl am heimischen Computer geben? Klingler ist da skeptisch. Technisch sei dies sicher möglich, indes die politischen und rechtlichen Hürden seien derzeit noch sehr hoch. Das werde wohl noch einige Jahre dauern.

Die Zimmerner nehmen übrigens ihr Wahlrecht ernst, die Wahlbeteiligung sei immer ordentlich, sagt Klingler. Nur dass diesmal ein Großteil der Stimmen nicht aus der Wahlurne, sondern aus dem Briefkasten kommt.

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