An seinem 85. Geburtstag blickt der Trossinger Heinz Reichle auf ein Leben voller Aktivität und Engagement für andere zurück.
Niemals rasten und immer wieder mit neuen Ideen für andere da sein – so ist Heinz Reichle, der an diesem Montag, 13. April, seinen 85. Geburtstag feiert, seit mehr als sechs Jahrzehnten in Trossingen bekannt.
Geboren wurde er am 13. April 1941 in Nendingen als viertes von acht Kindern. Sein Berufswunsch war es, Pfarrer zu werden, so hat er nach vier Jahren Gymnasium in Tuttlingen ans Konvikt in Rottweil gewechselt. Er studierte nach dem Abitur in Tübingen zwei Semester Theologie und Psychologie, „ich habe dann aber gemerkt, das ist nicht wirklich Meins“. Nach dem Studium an der Pädagogischen Hochschule Weingarten kam er 1964 an die Friedensschule Trossingen. Dort blieb er 40 Jahre lang bis 2004 – vom Lehrer zum Konrektor und Rektor bis zum geschäftsführenden Schulleiter der Trossinger Schulen.
Reichle war ein Lehrer aus Leidenschaft, „es war eine wunderschöne Zeit und ich denke heute noch gerne daran zurück“. Mit immer neuen Ideen konnte er die Schüler begeistern. „Etwas ganz Besonderes war es, als ich mit meiner Grundschulklasse im Jahr 1992 in die Partnerstadt Cluses gefahren bin“. Es habe auch einen Gegenbesuch gegeben, „ich habe damals schon den Französisch-Unterricht eingeführt, obwohl er gar nicht auf dem Plan gestanden hat“. Reichle zwackte dafür eine Deutschstunde ab. „Und die Schüler von damals sind mir heute noch dankbar“, freut er sich.
Auch außerhalb der Schule hat er sich immer engagiert. So war er in den 1970er- Jahren Vorsitzender des katholischen Kirchengemeinderats, hat viele Jahre die Erwachsenenbildung geleitet, ebenso die Firmvorbereitung, „und die Sternsinger“, ergänzt seine Frau Ursula, mit der er seit 1969 verheiratet ist und die ihn in all seinen Unternehmungen unterstützt hat.
Auch im Ruhestand für andere engagiert
Wer rastet, der rostet, das wusste Reichle nur zu gut und hat aus seinem Ruhestand, in den er 2004 ging, sogleich einen Unruhestand gemacht. So war er 20 Jahre lang von 2005 bis 2025 Vorsitzender des Fördervereins Dr. Karl Hohner-Heim und wurde erst kürzlich zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Mit seiner „Umtriebigkeit“ hat er viele Mitglieder gewonnen. Durch die Einnahmen von Veranstaltungen, an erster Stelle sei die „Musik zur Kaffeestunde“ genannt, konnten für das Dr. Karl-Hohner-Heim viele Dinge angeschafft oder auch Sitztanz oder Ausflüge angeboten werden. „Alles zum Wohle der Bewohner“, war immer die Devise von Reichle, der auch von 2006 bis Anfang 2026 Geburtstagsbesuche bei Senioren der Kirchengemeinde machte.
Von 2008 bis 2015 war er Vorsitzender des Arbeitskreises Familienfreundliches Trossingen. Veranstaltungen wie das „Café International“, die Ausstellung „Volk auf dem Weg“ zum Thema Spätaussiedler oder der Deutsch-Italienische Begegnungsabend sind wenige Beispiele, was Reichle auf die Beine gestellt hat, denn „Die Integration war mir immer ein besonderes Anliegen“.
Monatliche Lesenachmittag für Kinder initiiert
Auch das Wohl der Kinder kam nie zu kurz. Von Anregungen für Spielplätze über das Vater-Mutter-Kind-Treffen bis zu Lesemittagen gingen seine Ideen. „Ganz besonders freut es mich, dass die monatlichen Lesenachmittag für Grundschulkinder in der Stadtbücherei noch heute stattfinden“.
So wurde Reichle in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Stadt 2016 mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Über all die Jahre aber ist Reichle auch mit seiner Frau Ursula gerne gereist. Oft waren sie mit dem Wohnmobil unterwegs. Selber fahren geht heute nicht mehr. Doch „wir haben dabei Unterstützung von unserer Familie“, freut sich Reichle, und „wir wandern sehr gerne und ich bin glücklich und dankbar, dass wir das noch können“, aber auch darüber „dass ich immer für andere da sein konnte“.
Feier im kleinen Kreis
Seinen 85. Geburtstag feiert er zuhause im kleinen Kreis mit seiner Frau, den beiden Töchtern und Schwiegersöhnen sowie den vier Enkelkindern, „am kommenden Samstag dann auswärts mit einem Essen für die Familie und meine Geschwister“. Dann gönnt er sich mit seiner Frau Usula ein paar Tage Wellness im Schwarzwald.