Immendinger Rat spricht sich einhellig für neues Prüf- und Technologiezentrum aus.

Immendingen/Donaueschingen - Ein denkwürdiger Abend für Immendingen war es gestern, als der Gemeinderat öffentlich die Pläne zur Daimler-Teststrecke den Bürgern vorstellte. Ein denkwürdiger Abend aber auch für Donaueschingen: Sollte die Kaserne aus Immendingen weichen, dürfte sich für die Garnison in der Stadt einiges ändern.

Immer wieder ist am Mittwochabend Beifall aufgebrandet in der Donauhalle: Für die Vertreter des Automobil-Herstellers Daimler, als diese ihre Pläne vorstellten, die die allermeisten Immendinger als Riesen-Chance verstehen. Und für den Gemeinderat, als Bürgermeister Markus Hugger verkündete, dass dieser sich bereits in nicht-öffentlicher Sitzung einmütig für das Großprojekt ausgesprochen habe. Beifall der vielen hundert Interessierten bekamen auch die Vertreter der Ortschaftsräte für ihr durchgängiges »Ja«.

Dr. Lothar Ulsamer, Leiter föderale und kommunale Projekte der Daimler AG in Stuttgart, stellte die Planung vor. Geschickt verstand er es, den Immendingern das Gefühl zu vermitteln, dass ihre Meinung gefragt sei. Wiederholt bemühte er den Begriff »Transparenz«, seit der Piraten-Partei ja in aller Munde: »Uns liegt daran, das Projekt im Dialog mit Ihnen zu entwickeln – wir sind für Gespräche bereit, mit Immendinger Institutionen wie den Vereinen.«

Ein Wir-Gefühl sollten auch am Eingang ausliegende Buttons vermitteln mit der Aufschrift »Daimler – ein Stern für Immendingen«.

"Distanz zu Wohngebäuden ist relativ groß"

Ulsamer versprach, dass es sich um ein »sehr langfristiges Projekt handelt – nichts, was heute kommt und morgen geht«. 120 Flächen habe der Automobilhersteller untersucht, das Kasernengelände in Immendingen ist nun der Favorit. Mehrere Anforderungen seien hier erfüllt: »Die Distanz zu Wohngebäuden ist relativ groß.« Zu drei Anliegern in direkter Nähe der Kaserne wolle man »möglichst früh Kontakt aufnehmen«. Wichtig sei zudem die Nähe zur Autobahn. Die neue Landesregierung unterstütze das Vorhaben, »weil das Projekt in Baden-Württemberg bleiben soll«.

Eine ganze Reihe von Vorteilen für Immendingen nannte Ulsamer: So sei eine Nutzung von Teilflächen des Zentrums durch die Land- und Forstwirtschaft denkbar. »Wir wollen nicht alles asphaltieren.« Landwirte könnten in die Landschaftspflege eingebunden werden, »ortsansässige Firmen bei Bau und Betrieb«. Auch eine Kooperation mit dem Bioenergiedorf Mauenheim sei denkbar. »Wir wollen möglichst viel Energie auf dem Gelände herstellen.« Ulsamer sagte, dass das Zentrum »Kristallisationspunkt« für weitere Firmenansiedlungen werden könnte. Die Wirtschaftskraft der Gemeinde steige ebenso wie »die Chance für Gastronomie und Hotels«.

Daimler strebe Kooperationen mit Schulen an und biete Ausbildungsplätze. Mindestens 300 soll das Zentrum schaffen. Ulsamer machte gestern Abend klar, dass die Entscheidung »nicht in unserer Hand liegt, wir können nur Interesse äußern am Kauf des Grundstücks«. Markus Hugger betonte, dass die neue Entwicklung »nichts mit Undank gegenüber der Bundeswehr zu tun hat«.

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