Mit einem kleinen Fest feierten die Imker aus St. Georgen und Umgebung ihren Treffpunkt an der Rupertsbergschule: Vor einem Vierteljahrhundert wurde der Lehrbienenstand eingeweiht.
Zwei Mittelpunkte hatte die Feier: Zum einen der Lehrbienenstand selbst, an dem Besucher sich auch mal in der Entdeckelung der Honigwaben üben durften – um danach frisch geschleuderten Frühtrachthonig zu verkosten. Zum zweiten war es die Aula der Rupertsbergschule, wo es neben Kaltgetränken, Kaffee und Kuchen diverse Bienenprodukte gab.
Am Lehrbienenstand konnte man sich über Honigbienen und die Imkerei informieren, ein Schaukasten zeigte Bienenvolk samt Drohnen und natürlich der Königin. Daneben gab es ein Wissensrad, das verschiedene Nektarquellen der Honigbiene zum Erraten beinhaltete.
In der Aula der Schule fanden Vorträge der Wespen- und Hornissenfachberater Ralf Claaßen und Miriam Wahr mit anschließender Fragerunde statt. Claaßen erklärte die verschiedenen Wespenarten, von denen in Deutschland elf heimisch sind – unter anderem die europäische Hornisse. Wespen seien wesentlich friedfertiger, als ihr Ruf dies vermuten ließe. Dass dies bei der invasiven Art der Asiatischen Hornisse deutlich anders ist, erläuterte dann Miriam Wahr.
„Die asiatische Hornisse wird in Deutschland noch verharmlost und im Zweifelsfall als Problem für Imkerei und die Honigbiene dargestellt. Schauen wir in andere Länder (wie beispielsweise Frankreich), die schon weitaus stärker und länger betroffen sind, können wir sehen, dass die Asiatische Hornisse ein Problem ist, das uns alle angeht. Bei großen Ansammlungen von Kolonien kann die Asiatin auch hierzulande ein Problem für die Landwirtschaft, Obst- und Weinbau, die Biodiversität und letztlich die menschliche Gesundheit darstellen“, verdeutlichte sie.
Bis zu 10 000 Tiere in einem Nest
Ein Nest der heimischen Hornisse beinhalte maximal eine hohe dreistellige Anzahl an Individuen, aus denen am Ende des Lebenszyklus’ gut ein Dutzend Jungköniginnen sowie ausreichend Drohnen entstehen. Ganz anders sieht das bei der invasiven Art aus. Deren Königin baut zunächst, zumeist in dichten Hecken eher in Erdnähe, ein so genanntes Primärnest, das nur einigen hundert Individuen Platz bietet.
Im Sommer – also derzeit – beginnen die großen Wespen damit, das Sekundärnest zu bauen, das vorzugsweise in Bäumen in Höhen von mehr als zehn Metern entsteht. Es kann bis zu einem Meter Durchmesser aufweisen und enthält bis zu 10 000 Tiere. Auch hier werden im Herbst Geschlechtstiere (Königinnen und Drohnen) nachgezogen, dabei entstehen mehrere hundert Königinnen.
Hornissenfunde online melden
„Wenn Sie ein Nest sehen, lassen sie die Finger weg. Die Tiere reagieren auf Annäherung sehr aggressiv. Selbst ein normaler Imkeranzug schützt nicht vor ihren Stichen“, warnte die Expertin. Beobachtungen sollten deshalb unter https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/asiatische-hornisse-melden gemeldet werden.
Karin Kusian, Vorsitzende der bergstädtischen Imker, freute sich darüber, dass die Vorträge auch bei Nicht-Imkern auf Interesse stießen.