Bei dieser Kontrolle ist durch die braune Farbe zu erkennen, dass auf dieser Wabe schon gebrütet wurde, weshalb sie nicht geschleudert wird. Quelle: Unbekannt

Nachdem die Honigsaison für dieses Jahr beendet wurde und die Bienenvölker auf die Wintermonate vorbereitet sind, haben wir stellvertretend für die rund 40 Imker im Raum Blumberg mit zwei Imkern gesprochen.

Jürgen Meß aus Aselfingen, der zugleich Vorsitzender des Blumberger Imkervereins ist, spricht von einer unterdurchschnittlichen Ernte. Lediglich 50 Prozent der vergangenen Jahre konnte Meß in diesem Sommer an Blütenhonig ernten. Waldhonig habe es sogar gar keinen gegeben. In der Vergangenheit konnte Jürgen Meß drei- bis viermal schleudern, was in diesem Jahr nur einmal möglich war.

Aber nicht nur das Wetter ist für die Honigsaison entscheidend, so Jürgen Meß. Auch die Behandlung der Varroamilbe ist ausschlaggebend für das Überleben eines Bienenvolkes. Die Varroamilbe schleust sich als Parasit in das Bienenvolk ein und kann ohne Behandlung im schlimmsten Fall zu einem Absterben des gesamten Volkes führen. Diese Milbe kann mit verschiedenen Behandlungsmethoden bekämpft werden. Auch für die Gebirgsbelegstelle Hoher Randen ist dies ein großes Thema. Sie beteiligt sich derzeit am Projekt "SETBie", welches als Ziel hat, den Befall an Varroamilben in Bienenvölkern zu reduzieren. Durch eine Selektierung der Bienenvölker kann eine höhere Hygiene innerhalb eines Volkes erhöht und dadurch zugleich der Befall reduziert werden.

Zehntausende Bienen

Bernd Welte von der Familienimkerei Welte im Blumberger Stadtteil Achdorf ist seit 2014 als Imker tätig und besitzt immer zwischen zwölf und 17 Bienenvölker. Ein Volk besteht im Sommer zwischen 40 000 und 50 000 Bienen. Eine Sommerbiene lebt zwischen vier bis sechs Wochen, wohingegen eine Winterbiene zwischen sechs bis sieben Monate lebt. In den Wintermonaten besteht ein Volk lediglich aus 15 000 bis 20 000 Bienen, welche um die Königin im Inneren des Bienenstocks eine Traube bilden, um die Königin durch Zittern des Körpers warm zu halten. Im Kern der Bienentraube herrschen ständig 30 Grad Celsius.

Imker aus Überzeugung

Bernd Welte begründet seine Motivation darin, den Menschen in unserer Region das Thema Nachhaltigkeit wieder ein Stück näherzubringen und Öffentlichkeitsarbeit in diesem Themenbereich zu leisten. Aus diesem Grund erbaute die Imkerei Welte vor wenigen Jahren ein neues und modernes Bienenhaus, welches einmal als Schauimkerei betrieben werden soll. Mittels gut geplanter baulicher Umsetzungen soll es dann möglich sein, durch Fensterscheiben die Arbeit eines Imkers live zu erleben, ohne dass man in Berührung mit einer Biene kommen muss. Ein Balkon mit Infotafeln sowie einem Guckloch auf die Landestelle der Bienen kann bereits jetzt begutachtet werden.

Das Bienenhaus der Imkerei Welte befindet sich auf einem dreieinhalb Hektar großen Fauna-Flora-Habitat-Gebiet, was für die Bienenvölker ein idealer Standort ist. Durch eine lange Blütezeit finden die Bienen auf ihrem rund eineinhalb Kilometer großen Flugradius fast durchgängig ausreichend Futter. Auch Sohn Leon Welte ist bereits Mitglied im Imkerverein Blumberg – sehr zur Freude von dessen Vater Bernd.

Bienen sammeln mit ihrem Rüssel den Nektar von Blüten ein und übergeben diesen an die Stockbienen. Diese nehmen den Nektar in ihren Honigmagen auf und geben diesen an die nächste Biene weiter. Dabei wird der Nektar jedes Mal mit Enzymen, Eiweißen und Säuren angereichert. Außerdem wird der Nektar verdickt und bei einem Wasseranteil von lediglich 30 bis 40 Prozent wird der Nektar in die Wabenzellen abgelegt. Ist die Wabe vollständig gefüllt, wird sie von den Bienen mit einer Wachsschicht verschlossen. Die Wabe kann vom Imker geschleudert werden, fertig ist der Honig.