Die Metzgerei Stepanek will in der Nähe des Kreisverkehrs in Höllstein einen Imbiss errichten.
Auf einen Kinokomplex wird die Gemeinde Steinen wohl auf absehbare Zeit verzichten müssen. Die hochfliegenden Entwicklungspläne für das Gebiet in Höllstein zwischen dem Parkplatz des Rewe-Marktes und dem Kreisverkehr sind kleiner geworden: In der jüngsten Gemeinderatsitzung ging es nun nur noch um einen Gastronomiebetrieb, der auf dieser Fläche angesiedelt werden soll.
Firmengründer vor Ort
Das interessierte Unternehmen Stepanek betreibt in Laufenburg bereits eine Metzgerei mit Partyservice und Imbiss. Firmengründer Rainer Stepanek war in der Sitzung anwesend. Sein Unternehmen will für alle Kosten aufkommen, die das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans mit sich bringt.
Die Details zum Bebauungsplan „Auf den Grienern“ lieferte der Stadtplaner Andreas Schauer. Ein Knackpunkt bei den Plänen, die sich noch im Stadium eines Vorentwurfs befinden, ist der Umstand, dass das Unternehmen im Obergeschoss des Gastronomiebetriebs auch betriebsbezogene Wohnungen für Mitarbeiter anbieten will.
Umwidmung nötig
Dies erfordert die Umwidmung des Areals in ein Mischgebiet und damit einhergehend auch eine punktuelle Änderung des Flächennutzungsplans. Denn aktuell ist das Gebiet noch als gewerbliche Baufläche sowie in Teilbereichen, insbesondere entlang der B 317, als Grünfläche ausgewiesen.
Große Probleme sah Schauer in dieser Umwidmung nicht, da auch die umliegenden Flächen Mischgebiete mit Wohnbebauung sind.
Kopfzerbrechen
Ein anderer Punkt bereiteten Rainer Eiche (SPD) sowie einem Einwohner mehr Kopfzerbrechen. Denn die Gemeinde wünscht sich eine den Fluss Wiese und die Bundesstraße überspannende Passerelle für den Fuß- und Radverkehr, die die beiden Ortsteile Höllstein und Steinen enger verbinden würde. Das nun vorgestellte Baufenster für einen Gastronomiebetrieb jedoch ist in seinen jetzigen Ausmaßen etwas zu groß geraten, so dass es dem Brückenbauwerk auf Höllsteiner Seite im Weg stehen könnte. Konkret geht es dabei um die Breite des im Flächennutzungsplan festgelegten Grünstreifens, die für das Bauvorhaben verringert werden soll.
Nur ein Vorentwurf
Patrik Riesterer vom Fachbereich Bauen & Umwelt wies darauf hin, dass es sich bei den Plänen bisher nur um einen Vorentwurf handele. Es sei versucht worden, so viel Fläche wie möglich bereitzustellen, um dem Bauvorhaben den nötigen Raum zu geben. Dabei sei es insbesondere auch um Nebenanlagen wie Stellplätze gegangen. Alles weitere soll ein städtebaulicher Vertrag regeln, der den Betrieb gegebenenfalls zum Rückbau verpflichten würde. Eiche überzeugte dieses Vorgehen nicht. Er sprach von „handwerklichem Murks“.
Neue Herausforderungen
Darüber hinaus zeichnen sich weitere Herausforderungen für das Vorhaben ab. So bringt die Nähe zur B 317 eine Überschreitung der zulässigen Lärmwerte für eine Wohnnutzung mit sich. Aus diesem Grund müssen in dem Gebiet auch Schallschutzmaßnahmen mitgedacht werden. Tim Scheer (Bündnis) sorgte sich insbesondere um diesen Punkt. „Wenn wir uns jetzt festlegen, kriegen wir die Folgen später nicht mehr los“, äußerte er seine Bedenken zu einer Umwidmung des deutlich lärmbelasteten Gebiets und enthielt sich deshalb der Stimme. Auch Schauer fand es wichtig, hierzu die genauen Ergebnisse abzuwarten.
Vorgaben berücksichtigen
Da sich die Fläche innerhalb eines Überflutungs- und Wasserschutzgebiets befindet, sind auch dahingehend Vorgaben zu berücksichtigen, wurde mitgeteilt. Rudolf Steck (SPD) wollte zudem wissen, ob das Vorhaben im Widerspruch zum erstellten Einzelhandelsgutachten stehen könnte, was jedoch verneint wurde. Und Gabriele Kaiser-Bühler (Bündnis) erkundigte sich nach dem Fortbestand des Erbpachtvertrags, der mit dem Kinobetreiber ausgehandelt worden war. In dieser Hinsicht, so hieß es, sei noch alles offen.
Nach dem einstimmigen Beschluss werden die Vorentwürfe für den Bebauungsplan „Auf den Grienern“ sowie für den Flächennutzungsplan im Parallelverfahren nun im Rahmen einer frühzeitigen Beteiligung öffentlich ausgelegt.