Die Kraftstoff-Diebe haben es auf Diesel und Benzin abgesehen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Die Polizei gibt einen Überblick zur Entwicklung von Kraftstoffdiebstählen in der Region. Welche Delikte es schon in der Vergangenheit gab.

Benzin- und Dieselpreise konstant über zwei Euro: Vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs war das noch undenkbar, mittlerweile ist es jedoch trauriger Alltag an den Tankstellen im Zollernalbkreis und bundesweit. Führt dieses dramatische Preisniveau zu einem Anstieg von Kraftstoffdiebstählen? Immer wieder ist von solchen Fällen aktuell zu lesen. Wir haben bei der Polizei nachgefragt, wie sich die Situation im Zollernalbkreis darstellt.

 

Die Antwort vom Polizeipräsidium Reutlingen, das auch für den Zollernalbkreis zuständig ist, dürfte erst mal beruhigen. „Einen Anstieg in diesem Kriminalitätsfeld können wir aufgrund der relativ kurzen Zeitspanne noch nicht tätigen“, heißt es.

Kein signifikanter Anstieg

Aus dem vergangenen Monat meldet das Präsidium einen entsprechenden Vorfall aus Hechingen: Dort war auf einer Baustelle aus einem Radlader Diesel im Wert von etwa 50 Euro abgepumpt worden. Natürlich kann es sein, dass seit der Anfrage weitere Fälle dazugekommen sind, von einem signifikanten Anstieg dieser Delikte kann aber hier in der Region aktuell nicht gesprochen werden.

Kraftstoffdiebstähle, das zeigen die Zahlen aus den jüngsten Jahren, wurden bereits vor der jüngsten Preisexplosion begangen. So meldet das Präsidium für den Raum Zollernalb aus dem vergangenen Jahr 17 Fälle mit einem Schaden von rund 6000 Euro. Im Jahr zuvor waren es zwölf Fälle, 2023 stehen 22 Delikte mit einem Gesamtschaden von 15.000 Euro in der Statistik.

Polizei ist gerüstet

„Betroffen waren im Zollernalbkreis in den letzten drei Jahren verschiedene Städte und Gemeinden, wie beispielsweise Balingen, Albstadt, Hechingen, Schömberg und Meßstetten“, schreibt die Polizei.

Unabhängig von der bislang überschaubaren Zahl an Kraftstoffdiebstählen im Kreis, ist die Polizei gerüstet und gut aufgestellt. „Unsere Ermittlungsmethoden sind vielfältig und können klassische Kriminaltechnik mit moderner Verkehrsüberwachung kombinieren.“

Damit es erst gar nicht zu einem Diebstahl und einer Strafverfolgung kommt, gibt die Polizei Hinweise an die Bürger, wie sie sich vor den kriminellen Machenschaften schützen können. Der offensichtlichste Tipp, den hoffentlich schon alle Autofahrer beherzigen: die Verwendung abschließbarer Tankdeckel. „Verschiedene Hersteller bieten zum Beispiel spezielle Tankschlösser und Sicherungssysteme an“, informiert die Polizei.

Auch Baustellen nehmen die Kriminellen ins Visier

Wenn möglich, sollten Fahrzeuge in absperrbaren Garagen oder in verschlossenen Gebäuden abgestellt werden, so dass der Zugang für Spritdiebe gar nicht erst möglich ist. Dreiste Diebe versuchen auch über geklaute Tankkarten an das zurzeit wertvolle Gut zu gelangen. Die Polizei empfiehlt deshalb, diese Karten auf einen bestimmten Höchstbetrag zu limitieren. Auch ein sicherheitsbewusstes Verhalten, wie beispielsweise Fahrzeuge mit dem Tankdeckel an der Wand oder auf gut beleuchteten, umzäunten und kameraüberwachten Plätzen abzustellen, könne helfen, nicht Opfer eines Diebstahls zu werden.

„Zudem raten wir Bürgerinnen und Bürgern, die verdächtige Personen oder auch Fahrzeuge feststellen, die Polizei zu rufen“, schreibt das Präsidium in Reutlingen.

Außerhalb des Zollernalbkreises stellten die Ermittler bereits vermehrt dreiste Diebstähle fest. Vor Kurzem gab es etwa für zwei Lkw-Fahrer ein böses Erwachen: Beide rasteten an der A6 bei Crailsheim auf dem Parkplatz Reußenberg in Fahrtrichtung Heilbronn und sind bestohlen worden. Mehrere Hundert Liter Kraftstoff wurden geklaut.

Auch Baustellen nehmen die Kriminellen ins Visier: Unbekannte Dieseldiebe sind vor wenigen Tagen auf einer Baustelle in der Calwer Bahnhofstraße zu Gange gewesen. An Tankcontainern zapften die Unbekannten nach Angaben der Polizei rund 2000 Liter Kraftstoff ab.