Wie viele Jungtäter im Zollernalbkreis haben politisch motiviert gehandelt? Das wollte der Kreisausschuss beantwortet haben. Das LKA hat die Zahlen geliefert.
Vor wenigen Tagen stellte Gerd Hartmann vom Polizeipräsidium Reutlingen dem Jugendhilfeausschuss die Entwicklung der Kinder- und Jugendkriminalität im Kreis vor. Politisch motivierte Straftaten waren dabei nicht explizit aufgelistet, was sich einige wenige Mitglieder des Gremiums gewünscht hätten. Unsere Redaktion kann diese Zahl nun nachreichen.
Angefragt haben wir die Auswertung beim Polizeipräsidium Reutlingen. Dort wiederum fragten die Mitarbeiter beim Landeskriminalamt (LKA) nach, wo die Zahlen zur politisch motivierten Kriminalität vorliegen.
Das LKA ging ins Detail
Demnach wurden in der Jahresstatistik insgesamt vier politisch motivierte Straftaten mit Tatverdächtigen im jugendlichen oder heranwachsenden Alter im Zollernalbkreis erfasst.
Das LKA ging sogar noch tiefer ins Detail und dröselte die Straftaten genauer auf: Drei entfallen auf den Phänomenbereich „PMK-rechts“, ein Fall auf den Phänomenbereich „PMK-ausländische Ideologie“. Die Abkürzung PMK steht hierbei für „Politisch motivierte Kriminalität“.
Während die Klassifizierung in rechts und links dem Gros der Gesellschaft schlüssig sein dürfte, bedarf es bei der Einordnung „ausländische Ideologie“ womöglich einer Erklärung.
Islamistische Taten fallen hier raus
Das Bundeskriminalamt (BKA) erklärt die Begriffe auf seiner Homepage. Demnach werden dem Phänomenbereich „PMK-ausländische Ideologie“ Straftaten zugerechnet, „wenn in Würdigung der Umstände der Tat und/oder der Einstellung des Täters Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine aus dem Ausland stammende, nichtreligiöse Ideologie entscheidend für die Tatbegehung war, insbesondere wenn sie darauf gerichtet ist, Verhältnisse und Entwicklungen im In- und Ausland zu beeinflussen“, heißt es.
Es handelt sich hierbei also nicht um islamistische Straftaten. Vielmehr spielen Gebietskonflikte eine Rolle. Nicht selten geht es um den anhaltenden Konflikt zwischen der kurdischen und der türkischen Bevölkerung.
Auch der Nahost-Konflikt um die Region Palästina, der schon lange zwischen jüdischen Israelis und muslimischen Arabern herrscht, kann – zumindest in Teilen – auch in diesen Bereich fallen, wobei der religiöse Aspekt hier ebenfalls eine starke Rolle spielt.