An Ostern hat neben der Trauer auch die Freude ihren Platz, mit dem Tod Jesu am Kreuz und der Auferstehung am dritten Tag.
In der Stiftskirche begleiteten Chor und Kantorei den Gottesdienst. Die Leitung hatte Bezirkskantor Justus Kirstein. Das „Gloria in D“ von Antonin Vivaldi repräsentierte die Freude an Ostern. Die Lesung stammte aus dem Evangelium nach Markus, Kapitel 16, 1–8: Maria Magdalena und eine andere Frau finden nur noch das leere Grab. Ein Jüngling richtet die frohe Botschaft der Auferstehung aus. Die Frauen fliehen „und sie sagten niemandem etwas, denn sie fürchteten sich sehr“.
Pfarrer Thorsten Maaßen stellte zuerst fest, dass der Osterbericht im ältesten Evangelium so endet: „Flucht, Zittern und Entsetzen, Furcht.“ Damit stellte er vor der Kreuzgemeinde einen Bezug zur Gegenwart her: „Und so endet eigentlich fast jeder Tag, wenn wir Nachrichten schauen oder hören.“ Kriege, Hunger oder Ausgrenzung seien alltäglich geworden. Dazu kämen die Bequemlichkeit oder eine Selbstverständlichkeit, wie wir unsere eigene Wirklichkeit wahrnehmen, ohne an eine Zukunft zu denken. Maaßen verwies zurück auf den Glauben der Frauen und der Jünger. „So fängt mit Ostern eine neue Zeit an.“ Ostern sei ein Fest der Freude, „weil der Tod seine Selbstverständlichkeit, seine Allmacht abgeben muss“.
Der katholische Diakon Christoph Franke bezeichnete Ostern in seiner Predigt in St. Peter und Paul zuerst als „Drama, keine Idylle“. Aber: „Ostern wendet sich dem Leben zu.“ Das Fest stehe seit 2000 Jahren für die Überwindung der Enttäuschung über den Tod. Auch der Diakon erinnerte an Kriege, Hunger und Naturkatastrophen der Gegenwart. Das Fest bedeute dafür „den Sieg des Lebens über den Tod“.
Die Geschichte des leeren Grabes stehe „für den Glauben an die Auferstehung und für das Reich Gottes“. Diese Hoffnung und der Glaube würden den Tod Jesu nicht als Scheitern ansehen. Franke zog hier einen zweiten Bezug zur Gegenwart mit einer einfachen Frage an alle Besucher in der Kirche: „Wem bin ich Hilfe oder Verantwortung schuldig geblieben?“
Die Lesung hier beruhte auf dem Evangelium nach Johannes, Kapitel 20, 21: „Am ersten Tag der Woche kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein vom Grab weggenommen war.“ Zum Verständnis: Der erste Tag der Woche nach dem jüdischen Sabbat (unserem Samstag) ist heute der christliche Sonntag. Auch hier ist Maria Magdalena nicht nur die erste, sondern auch die einzige Zeugin des leeren Grabes. Eine Besonderheit des Johannesevangeliums ist die wunderbar und menschlich erzählte Geschichte, dass Maria Magdalena den Auferstandenen zuerst nicht erkennt, sondern für den Gärtner hält.
Es folgt der berühmte Spruch „Rühre mich nicht an“. Dafür folgt Maria Magdalena der Aufforderung Jesu: „Maria Magdalena geht und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und was er zu ihr gesagt habe.“ Der Chor Heilig Geist mit Instrumentalisten umrahmte diese Andacht. Die Leitung hatte Kantor Tilo Strauß.