Ungewöhnliches tat sich an einem Wald- und Heckenstück in Burladingen. Wir fragten nach und erfuhren: Andreas Steger war hier im Auftrag der Telekom tätig.
Ein Leser meldete sich kürzlich telefonisch bei unserer Zeitung: Unterhalb des Burladinger Waagrains gegenüber der Blumenstetter Straße sei ein Raupenfahrzeug, ein Mähroboter zugange.
Der mache im Eiltempo Hecken und Bäume nieder. Der Anrufer meldete sich jedoch nicht aus Empörung, sondern als ein technikbegeisterter Zeitgenosse, dem es imponierte, wie die Maschine arbeitet, während der Maschinenführer „nur“ ein umgegürtetes Schaltpult zu bedienen braucht.
Das sei doch was? Auch weitere Anwohner dürften aufmerksam geworden sein, nachdem sich die Maschine blinkend und leuchtend durchs Geäst fraß.
In Süddeutschland unterwegs
Zunächst herrschte unsererseits bloß mäßiges Interesse. Aber Nachschauen kostet ja nichts. Die Sache erwies sich dann schließlich doch als recht beeindruckend. Anders als von unserem Informanten vermutet, hatte das Ganze nichts mit einer Pflegeaktion vonseiten der Stadt zu tun.
Der Mann am Schaltpult stellte sich als Andreas Steger vor. Der gelernte Forstwirt stammt aus Mössingen, betreibt als Wald- und Landschaftspfleger ein eigenes Gewerbe. Zugleich ist er Beauftragter der Deutschen Telekom und wird gerufen, wenn Leitungen der Telekom freigeschnitten werden müssen. „Ich bin im gesamten süddeutschen Raum zuständig“, erklärte er.
Im Falle Burladingens war es so, dass ein Baum in die am Waagrain verlaufende Leitung gestürzt war. Störungen gab es dadurch nicht, aber der Baum musste natürlich entfernt werden. Zugleich wurde der Einsatz genutzt, um hochwachsende Hecken und weitere Bäume unterhalb der Leitung zu entfernen.
In zweieinhalb Stunden erledigt
Innerhalb von zweieinhalb Stunden hatte Steger die Trasse sauber. Zu der Zeit, als er seinen Beruf erlernte (noch gar nicht so lange her), wäre das nicht möglich gewesen. „Mit der Motorsäge und der Entsorgung der Stämme und des Astwerks hätte ich den ganzen Tag gebraucht.“ Sein Raupen-Roboter leistet wirklich erstaunliches. Er kostet jedoch dementsprechend. Von einem sechsstelligen Betrag war die Rede.
Die Maschine verfügt über 60 PS und besitzt zwei Hydraulikmotoren, einen für den Antrieb, den zweiten für den Anbaukopf, der das Umsägen der Hecken und Bäume ermöglicht. Mit bis zu 20 Zentimeter dicken Stämmen nimmt es der Kopf auf. Zurückbleiben überwiegend nur Häcksel, die man als Dünger liegen lassen kann. Für stärkere Bäume muss der Forstwirt nach althergebrachter Art die Motorsäge zur Hand nehmen. Es ist Mehrarbeit, die er verrechnet. Deshalb muss er jeden einzelnen peinlich genau mit der Kamera dokumentieren.
Steiles Gelände ist kein Problem
Steger kann – dem Auftrag entsprechend – ebenso für Wiesenflächen als Anbaukopf ein Mähwerk aufmontieren. Vorteil in beiden Fällen: Die Raupe kommt selbst im steilen und unwegsamen Gelände locker vorwärts. „Solche Roboter gibt es schon seit ein paar Jahren, aber die Leistungskraft wird ständig verbessert“, erzählt der Mössinger weiter. Die besten, so wie sein Gerät, eine Robocat 2 RC 65 der Firma McConnel, kämen aus Holland“ – das schwört zumindest der Mössinger Unternehmer.
Gegen 12 Uhr ist alles erledigt. Steger packt zusammen und begibt sich in die Mittagspause, danach zum nächsten Ruf der Telekom.