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Im Wald bei Roßwangen Wurde Antenne vom Plettenberg-Turm geweht?

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Nicht nur dieser Wanderer wundert sich: Direkt unterhalb des Plettenbergturms liegt eine verbeulte Parabolantenne im Roßwanger Wald. Foto: Wagner

Eine große Parabolantenne im Wald am Plettenberg oberhalb von Roßwangen gibt Rätsel auf. Hat ein Sturm das Teil vom Turm herabgeblasen? Oder ist sie von einem Lastwagen heruntergepurzelt? Hintergründe zu dem Vorfall lesen Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Balingen-Roßwangen - Ausflügler, die in den vergangenen Wochen auf dem Wanderweg vom Balinger Stadtteil Roßwangen zum Plettenberg hinauf unterwegs sind, wundern sich. Im steilen Gelände direkt unterhalb des Funkturms, der weithin sichtbar an der Traufkante des Plettenbergs steht, liegt das seltsame Ding; weiß, etwas verbeult, gut eineinhalb Meter im Durchmesser. Schaut man nach oben, sieht man in geschätzt 200 Metern Entfernung den Betonturm aus den Baumwipfeln schauen.

Fabrikationsschild gibt Hinweis

Wer das Fundstück genauer inspiziert, stellt fest, dass es sich ohne Zweifel um so etwas wie eine Parabolantenne handelt. Ein Fabrikationsschild gibt Hinweis: "RFS France" steht da und die Nummer 100690628 – 045. RFS steht für Radio Frequency Systems, ein Unternehmen, das sich selbst als "globaler Entwickler und Hersteller von Kabeln, Antennen und Türmen" bezeichnet. Zu seinen Kunden zählen nach Firmenangaben unter anderem die vier derzeit größten Mobilfunkanbieter.

Aber wie ist die Antenne an die unzugängliche Stelle im Roßwanger Wald gekommen?

Eine Nachfrage bei der Deutschen Funkturm GmbH (DFMG) in Karlsruhe löst Erstaunen und Geschäftigkeit aus. Das Unternehmen ist Teil der Deutschen Telekom Gruppe und betreibt laut Firmen-Homepage 31 360 Funkstandorte.

Eigentlich wird automatisch Alarm ausgelöst

Sollte sich eine Antenne auf einer Turmplattform wie auf dem Plettenberg tatsächlich einmal lösen, würde automatisch ein Alarm ausgelöst, ist dort zu erfahren. Wurde aber nicht. Auch keiner der Kunden, die auf der Plettenberg-Plattform Antennenplätze gemietet haben, habe den Verlust eines Anlagenteils bisher angezeigt.

Kurze Zeit später meldet sich ein Mitarbeiter einer anderen Telekom-Tochter und erkundigt sich nach dem genauen Fundort, um die Antenne bergen zu können. Er hat eine andere Theorie: Es komme schon mal vor, sagt er, dass am Boden oben am Funkturm ausrangierte und abgebaute technischen Anlagen vorübergehend gelagert und später per Lastwagen weggeschafft werden. Denkbar sei also, dass der Antennen-Schrott beim Abtransport von der Ladefläche gepurzelt und im Wald verschwunden sei.

Turm und Umgebung untersucht

Die offizielle Antwort der Deutschen Funkturm kommt Tage später. Sprecher Benedikt Albers vom Standort in Bonn trägt in seiner Mitteilung wenig zur Aufklärung bei. Er schreibt: "Nach Ihrem Hinweis auf eine möglicherweise von unserem Fernmeldeturm abgestürzte Antenne haben wir sowohl den Turm als auch die Umgebung untersucht. Wir haben keinen Hinweis darauf entdeckt, dass es sich bei dem von Wanderern gefundenen Objekt um eine Antenne unseres Turms handelt."

Zusätzlich seien die Funkkunden am Standort informiert worden, sodass diese ihren Bestand untersuchen könnten. Diese Kunden, vorwiegend Mobilfunkunternehmen oder Behörden, seien für den Betrieb und die Sicherheit ihrer Antennen selbst verantwortlich. Sie würden da ist sich der Pressesprecher sicher, den Verlust einer Sendeanlage unmittelbar mitbekommen.

Eine erneute Nachfrage bei der Deutschen Funkturm in Karlsruhe bringt ebenfalls keine neuen Erkenntnisse: Man habe nach dem Fundstück gesucht, aber nichts gefunden.

Das Rätsel bleibt: Wie kam die Parabolantenne in den Roßwanger Wald?

Der Plettenberg-Turm

Der 158 Meter hohe Fernmeldeturm ist einer der wichtigsten Funkstandorte in der Region. Mit etwa 50 Antennen versorgt er die Region mit unterschiedlichen Funkdiensten. Dazu zählen Mobilfunk, Richtfunk, Funkruf beispielsweise für Rettungsdienste sowie spezielle Funkverbindungen für Behörden, Ämter und Unternehmen.

Außerdem ist der Fernmeldeturm Teil des European Aviation Network (EAN), und damit etwas Besonderes:  Für die Deutsche Telekom sind in ganz Europa 300 Funktürme angemietet, über die Mobilfunkantennen Signale in den Himmel senden. Etwa alle 150 Kilometer  steht so ein Turm.

In Deutschland gibt es 25 Türme, über die der ganze Luftraum versorgt wird – einer davon ist der Plettenbergturm. Der Vorteil ist, dass Flugpassagiere auch über den Wolken flüssig im Internet surfen können.

In den 1960er- und 1970er- Jahren hatte die Deutsche Bundespost ein dichtes Netz von etwa 300 Fernmeldetürmen aufgebaut, die eine ähnliche Bauweise wie der Plettenbergturm nahe Dotternhausen haben. Damalige Nutzung war vor allem die Vermittlung von Ferngesprächen über Richtfunk (von Turm zu Turm).

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