Zur Eröffnung der Kita kamen unter anderem Eltern mit ihren Kindern, Vertreter der Stadt, Umbau-Leiter und das Kita-Team. Foto: Thomas Fritsch

Die Kita auf dem Wolfsberg ist eröffnet – nachdem die Umbauarbeiten der ehemaligen Steuerberater-Kanzlei erst Anfang des Jahrs begonnen hatten. So ein Gebäude hätte die Stadt wahrscheinlich nicht gebaut, sagt Nagolds OB Jürgen Großmann. Dennoch sei es genau passend.

Ein vierstöckiger Turm, ein parkähnlich angelegter kleiner Innenhof, drumherum Industriegebäude – optisch entspricht die neu eröffnete städtische Kindertagesstätte am Wolfsberg nicht dem Klischee einer Kita.

 

Dass das auffällige Gebäude der ehemaligen Steuerkanzlei an die Stadt ging, sei ein großes Glück, betonte OB Jürgen Großmann vor Ort. Rudolf Klöpfer hätte seine Immobilie wahrscheinlich gewinnbringender auf dem Markt verkaufen können, führte Großmann fort. Dass er trotzdem die Stadt als Käuferin präferierte, sei seiner Verbundenheit mit Nagold zu verdanken.

Die Idee, Kitas dort zu eröffnen, wo viele Menschen arbeiten, – zum Beispiel an den Kreiskliniken – verfolge die Stadt schon mehrere Jahre, sagt Großmann. Dass die Kita auf dem Wolfsberg Vorreiterin dieser Idee werde, sei der schnellen Umsetzung zu verdanken. Die Umbaumaßnahmen seien erst Anfang des Jahres begonnen worden, sagt Birgit Maier, Leiterin des Amts für Bildung und Betreuung.

Großzügiges Gebäude

Die Raumaufteilung habe übernommen werden können, lediglich eine Sanitäranlage für Kinder, eine große Küche, ein Sandkasten und ein kleines Klettergerüst im Innenhof haben für den Umbau ein- und aufgebaut werden müssen, ergänzt Maier. Rund 250 000 Euro habe der Umbau gekostet.

OB Jürgen Großmann überreicht der neuen Kita-Leiterin Hannah Wally symbolisch einen Schlüssel aus Hefezopf. Foto: Fritsch

Durch den Verkauf der Immobilie an die Stadt konnte die Kita nicht nur besonders schnell eröffnet werden, sondern ist auch mit besonders viel Fläche ausgestattet worden. So ein großzügiges und weitläufiges Gebäude „hätten wir wahrscheinlich gar nicht gebaut“, wenn die Stadt einen Neubau für die Kita gestartet hätte, sagt Großmann.

Sieben der 20 Plätze belegt

Im flächenmäßig besonders großen Erdgeschoss sind die Bereiche für die Kinder wie beispielsweise Gruppen- und Schlafräume, sagt Maier. Auf den Stockwerken im Turm ist das Büro für die ungefähr fünf Vollzeit-Beschäftigten der Kita und Besprechungsräume – auch ein Besprechungsraum für alle Nagolder Kitas ist dort, führt Maier fort.

Garten mit Sandkasten und Turm im Hintergrund: Das Gelände und die Räume der neuen Kita auf dem Wolfsberg sind besonders weitläufig. Foto: Fritsch

Sieben der maximal 20 Plätze seien schon fest belegt, weiß Maier. Da die Krippenplätze in der Stadt bereits voll seien, werde zuerst der Bedarf der bereits auf einen Platz wartenden Nagolder Familien gedeckt, ergänzt sie. Auf die Dauer soll die Kita im Industriegebiet vor allem für die Kinder der Mitarbeiter der ansässigen Unternehmen offen sein, aber auch darüber hinaus, so Großmann.

Straßen- und Parkteppich

Der Oberbürgermeister überreichte Hannah Wally, Leiterin der neuen Kita, symbolisch einen Schlüssel aus Hefezopf. Das pädagogische Konzept sei noch nicht komplett ausgearbeitet, aber sie wolle Bewegung und Sprache besonders fördern, sagt Wally. Die Kita-Mitarbeiter sollen viel mit den Kindern sprechen und alles benennen, was sie sehen.

Ein Blick in das Innenleben der Kita. Foto: Fritsch

Im Gruppenraum stehen schon verschiedene Spielzeugfahrzeuge, in einer Ecke liegt ein Teppich mit Straßen darauf, dahinter hängen an der Wand Bilder von einem Bagger, einem Polizeiauto und anderen Fahrzeugen. In der Mitte des Raums liegt ein Teppich in den Farben einer Parkanlage. Auf dem Teppich steht ein sogenanntes Pikler-Dreieck aus Holz zum Klettern, Rutschen und Hochkrabbeln für die Kinder.

Farbenfrohes Spielzeug

In einer Schale liegen verschiedene Bürsten. Diese seien vor allem für Erfahrungen mit dem Tastsinn, aber auch allgemein zum Spielen geeignet, so Wally. Eine Kinderküche steht am Rand des Raums, im Regal steht eine Art Murmelbahn, auf der kleine Autos durchrollen können. Bilderbücher werden noch geliefert. Da die Räume eher gräulich seien, habe sie auf besonders farbenfrohes Spielzeug geachtet, sagt Wally.