Ein echter Gewinner der Triberg Card ist das Schwarzwaldmuseum in Triberg, das auch durch viele Kleinigkeiten aufgewertet wurde und weiter aufgewertet wird. Foto: Hans-Jürgen Kommert

Die Stadt verzeichnet deutlich mehr Busreisen und wachsende Übernachtungszahlen. Mehr Resonanz erhofft sich mancher Gemeinderat bei VR-Arena und TribergLand.

„Die zurückliegende Tourismussaison war für unsere Stadt eine sehr gute“, erklärte Stadtmarketingleiter Nikolaus Arnold in jüngster Sitzung des Gemeinderats.

 

Das Produkt „Erlebnis Triberg im Schwarzwald“ sei am touristischen Markt sehr gut angekommen, was auch am gesunden Preis-Leistungsverhältnis liege. Vor allem die Triberg-Card und die Kombination mit den Einkaufsmöglichkeiten werde sehr geschätzt.

Im Tagestourismus sei wieder eine deutliche Steigerung an Busreisen feststellbar - laut Aussage der Partner passe das Angebot der Freizeiterlebnisse sehr gut in deren Portfolio. Sogar in der eher besuchsschwachen Zeit sei das Aufkommen an Busreisegruppen erfreulich hoch gewesen.

Nahezu identisch mit dem Vorjahr sei mit 418 000 Personen der Besuch an den Wasserfällen gewesen, wenn man es um die Gäste beim Weihnachtszauber bereinige, der bekanntlich nach langen Jahren im vergangenen Jahr nicht mehr stattfand. Der Besuch im Heimatmuseum sei gegenüber 2024 nochmals um 12,9 Prozent angestiegen und liege nur mehr knapp unter der sechsstelligen Grenze. Das Instagram-Museum Triberg Fantasy“ habe ebenfalls erneut zugelegt und könne auf über 87 000 Gäste zurückblicken. Hier wolle er, sobald die Kasse dies zulasse, weitere drei Kojen fertigstellen. Zuwachs gab es ebenfalls beim TribergLand mit nunmehr über 47 000 Besuchen. Bei den separat zu bezahlenden Besuchen der VR-Arena lag der Gleitschirmflug mit nahezu 1600 Buchungen deutlich vor dem Hochseilgarten (1100). 17 Gruppen besuchten die Arena. Im laufenden Jahr seien einige VR-Erlebnisse dazu gekommen.

Zuwachs gab es auch im Übernachtungs-Tourismus, was auch auf den vielfältigen Angeboten an Privatunterkünften zurückzuführen sei, die mittlerweile über das komplette Stadtgebiet verteilt lägen. Dabei seien neben Preis und Lage auch Vermarktung und Ausstattung wie freies WLAN, neuwertige Möblierung und ansprechende Bäder maßgeblich. Mit 164 400 Übernachtungen und 50 745 Gästen liege man wieder annähernd auf dem Vor-Corona-Niveau, mit allerdings weniger Betten als damals.

Falscher Standort?

Klaus Wangler (CDU) blickte auf die gesunkene Bettenkapazität – zwei große Betriebe seien weggefallen. Ein Lob gab es für das Team der Tourist-Info, das „mehr oder weniger rund um die Uhr“ tätig sei.

Doch auch Kritik und Fragen hatte er im Gepäck. Da sei die VR-Arena, die noch weit hinter den Zahlen liege, die man anvisiert habe. Da möchte er gegen Ende April noch einmal ein Update erhalten, ebenso im Sommer. Auch die Zahlen des „TribergLand“ bereiteten ihm Sorgen. Die Zahlen lägen definitiv am Standort, auch wenn man diesen seinerzeit bewusst gewählt habe. Diesen Standort müsse man diskutieren. Vielleicht könnte man ihn im Bereich der VR-Arena platzieren.

Diesen Worten schloss sich auch Michael Hummel für die Freien Wähler an – mit dem Hinweis auf die exzellente Arbeit der Touristiker um Nikolaus Arnold. Auch er sehe bei der VR-Arena noch fehlendes Potenzial und wünsche sich eine Beobachtung der weiteren Entwicklung. Zusätzlich wollte er aber wissen, wie hoch die Kosten für drei weitere Kojen wären – diese bezifferte Arnold mit rund 25 000 Euro.

Mike Mauscherning (SPD) hatte die CMT-Messe besucht und auch da den Eindruck gewonnen, dass ausgezeichnete Arbeit geleistet werde. Ihn beeindruckte auch, dass der virtuelle Hochseilgarten barrierefrei gestaltet worden sei – und immerhin auch 18-mal genutzt wurde. Er wies aber auch darauf hin, dass man die Balance der Ferienwohnungen im Verhältnis zu den Einwohnern wahren müsse.

Bus-Parkplätze ein Problem?

Ute Meier sah bei zunehmenden Busreisen das Problem der Parkplätze, da teils auch die Fahrzeuge des ÖPNV ihre Fahrerpausen dort abhielten. „Wo parken diese Busse dann?“, fragte sie. Wenn es tatsächlich eng würde, könne man die Gäste am Busparkplatz aussteigen lassen und den Bus eventuell am Bahnhof parken, so Arnold.

Bürgermeister Sven Ketterer wies darauf hin, dass man mit zwölf Busparkplätzen in der Regel Luft nach oben habe – und Fahrerpausen könne man auch woanders machen. Der Gemeinderat nahm die Zahlen und Ausführungen zur Kenntnis.