Manchmal hilft nur noch das Anzünden einer Kerze, wenn mal wieder der Strom ausgefallen ist. Foto: dpa

Zuletzt hat es auffallend viele stromlose Zeiten gegeben. Die Netze BW und die Stadtwerke Hechingen liefern Erklärungen.

Nanu, schon wieder stockdunkel im Haus! Kein Licht mitten in der Nacht! Und erneut kein Strom bei der Produktion in der Firma. In den zurückliegenden Wochen haben sich im Großraum Hechingen, Haigerloch, Rottenburg und Horb die Ausfälle verdächtig gehäuft. Deshalb haben die Stadtwerke Hechingen, so betont Geschäftsführer Markus Friesenbichler, beim Netzbetreiber mit Sitz in Stuttgart jetzt Druck gemacht.

 

Eigenbetrieb Stadtwerke: Die Geduld ist am Ende

Alles wird wieder gut. Diesen Eindruck soll eine Pressemitteilung der Netze BW erwecken, die im Auftrag der Stadt Hechingen veröffentlicht worden ist. Beim Eigenbetrieb Stadtwerke scheint man wegen der sich häufenden Stromausfälle etwas die Geduld zu verlieren mit dem Netzbetreiber, der Netze BW.

Die Netze Hechingen, eine 100-Prozent-Tochter der Stadtwerke, hat die technische Betriebsführung an die Netze BW als Dienstleister übergeben. Die Netze Hechingen GmbH hat die kaufmännische Betriebsführung – und stets das Missvergnügen, den wachsenden Ärger der Stromkunden abzubekommen, wenn es keinen Strom gibt.

Aber das soll zukünftig möglichst nicht mehr oder zumindest nicht mehr so verdächtig oft vorkommen. „Stromversorgung in Hechingen wiederhergestellt“, lautet die Überschrift der Stuttgarter Pressemitteilung. Fast wähnt man sich in Kriegs- und Krisenzeiten, in denen eine solche Nachricht nachvollziehbar wäre. Aber jetzt und heute?! Nicht allein Straßen und Brücken scheinen marode.

Die Ursachen werden jetzt weiter analysiert

Informiert wird, dass „die Stromversorgung in Hechingen zwischenzeitlich vollständig wiederhergestellt werden konnte“. Nach den Störungen der vergangenen Tage und zuletzt in der Nacht auf Montag arbeite die Netze BW nun „mit hoher Priorität daran, die Ursachen weiter zu analysieren und die Versorgung langfristig zu stabilisieren“. Was genau die Anfangsursache war, kann derzeit nur vermutet werden, aber das offenbar ziemlich sicher. Irgendwo im riesigen Leitungsnetz, so erläutert es Stadtwerke-Chef Markus Friesenbichler, dürfte es durch das Eindringen von Wasser zu einem Kurzschluss gekommen sein, der wiederum zu mehreren Erdschlüssen geführt und einen Trafo in einer Ortsnetzstation ausgeknockt hat.

Solche Störungen, erklärt die Netze BW, können dann ihrerseits Spannungserhöhungen und kurzfristige Überspannungen verursachen. Und das belastet die Netze entsprechend. Da hilft, das versteht auch der Laie, nur Nachbessern beziehungsweise Materialersatz. Besonders beanspruchte Betriebsmittel würden jetzt in Hechingen identifiziert und gezielt ausgetauscht, verlautet aus Stuttgart.

Ebenso würden weitere vorbeugende Maßnahmen umgesetzt, um die Versorgungssicherheit weiter zu erhöhen. Dazu zählen laut Netze BW zusätzliche Notstromaggregate, die am Betriebsstandort für Hechingen dafür sorgen sollen, dass schneller wieder Strom aus den Leitungen kommt.

Markus Friesenbichler lässt zudem wissen, dass auf Betreiben der Stadtwerke ein geplantes Projekt vorgezogen werde. Ausfälle im Leitungsnetz gebe es deutschlandweit als Folge der enorm schwankenden Auslastung, fügt der Hechinger Fachmann an.

Umso wichtiger sei es, dass die Netzbetreiber für stabilere Verhältnisse sorgen. Friesenbichler: „Wir tun immer, was möglich ist!“ Dazu gehört, dem Netzbetreiber Druck zu machen. Im aktuellen Fall kam der von den Stadtwerken und ebenfalls aus dem Bürgermeisteramt.