Annette Theobald und Charlotte Niemeyer haben das Goldene Siegel der Stadt erhalten.
„Lehnen Sie sich zurück. Es wird keinen Wahlkampf geben“, hat Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) den anwesenden beim Neujahrsempfang versprochen. Stattdessen wollte er andere Personen beim Neujahrsempfang in den Fokus rücken. Neben der bevorstehenden Oberbürgermeisterwahl (26. April) werden auch zwei Posten auf der Bürgermeisterbank Ende März neu besetzt.
Nach 24 Jahren im Amt als Kultur- und Sozialbürgermeister geht Ulrich von Kirchbach in den Ruhestand. „Es fällt uns allen schwer, dich gehen zu lassen“, bekräftigte Horn. „Es hat mich sehr beeindruckt, wie offen du mit deiner schweren Erkrankung umgegangen bist“, fügt Horn hinzu. Von Kirchbach sei trotz der Krebserkrankung und der Chemotherapie unermüdlich für die Stadt im Einsatz gewesen, das verdiene den allergrößten Respekt, so Horn.
Standing Ovations für genesene Bürgermeister
Von den rund 1000 Gästen gab es riesigen Applaus und Standing Ovations.
Als kleines Vorbabgeschenk überreichte Horn dem scheidenden Kulturbürgermeister einen Original-Biberschwanz-Ziegel vom Dach des Augustinermuseums. Das Museum wird seit rund 20 Jahren saniert und soll am 27. Februar wieder eröffnet werden.
Auch Finanzbürgermeister Stefan Breiter (CDU) wird nach acht Jahren im Amt aus dem Dienst der Stadt ausscheiden. „Freiburg steht finanziell gut da“, sagt Horn. Das sei auch Breiters Arbeit und Einsatzes in den zuletzt nicht immer einfachen Zeiten zu verdanken. Horn überreichte Breiter als kleines Geschenk einen Bohrkern, der bei den Bauarbeiten fürs neue Rettungszentrum eingesetzt worden war. Für den zweiten Bauabschnitt des Projektes wurde am Donnerstag Richtfest gefeiert. Insgesamt soll das Zentrum rund 35 Millionen Euro kosten.
Ehrenamtliches Engagement gewürdigt
Zwei Bürgerinnen wurden für ihr ehrenamtliches Engagement mit dem Goldenen Siegel der Stadt ausgezeichnet. Annette Theobald, eine der Gründerinnen der Freiburger Tafel, stand 14 Jahre als Vorsitzende an der Spitze des Vereins. Theobald sei es immer wichtig gewesen, dass die Tafel finanziell unabhängig bleibe, so Horn. Die Einrichtung finanziert sich ausschließlich über Spenden, Mitgliedsbeiträge und eigene Erlöse. „Engagieren sie sich auch ehrenamtlich das macht Freude“, sagt Theobald, die den Preis auch stellvertretend für das Engagement der 160 Mitarbeiter der Tafel entgegen nahm.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Ärztin und Wissenschaftlerin Charlotte Niemeyer. Niemeyer habe sich als Vorsitzende der „Initiative für unsere Kinder- und Jugendklinik Freiburg“ unermüdlich für den Bau der neuen Kinderklinik eingesetzt, begründet Horn. Nach deren Eröffnung haben Niemeyer und die Initiative ein neues Ziel: Sie setzen sich vehement für den Neubau der Tageskliniken in der Kinderpsychiatrie Freiburg ein.