Letzte Kräfte mobilisieren: Hinlegen ist für Nicolás González und den VfB Stuttgart derzeit eigentlich keine Option. Foto: Pförtner

DFB-Pokal: Stuttgarter wollen sich mit dem bislang Erreichten nicht zufrieden geben. Letztes Pflichtspiel des Jahres. 

Nach seiner furiosen Rückkehr in die Fußball-Bundesliga will der VfB Stuttgart nun auch im Pokal noch eine Runde weiterkommen. Die Kräfte schwinden allmählich. Doch der Heimmakel soll noch beseitigt werden.

Wiedersehen macht Freude. "Ich freue mich unheimlich", sagt Sportdirektor Sven Mislintat mit Blick auf das letzte Pflichtspiel des VfB Stuttgart in diesem Jahr gegen den SC Freiburg am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD und Sky). Etwas mehr als drei Monate nachdem sie sich am ersten Spieltag der Bundesliga gegenüberstanden, treffen die beiden baden-württembergischen Klubs nun in der zweiten Runde des DFB-Pokals aufeinander.

"Mal gucken, was wir gelernt haben", sagt Mislintat am Tag nach der 0:1-Niederlage im abschließenden Bundesliga-Spiel des Jahres beim VfL Wolfsburg. Mit 2:3 verlor der VfB das Duell mit den Freiburgern im September. "Eiskalt" seien die Breisgauer da gewesen, betont der 48-Jährige. Da habe der Aufsteiger gleich "die brutale Effektivität dieser Liga kennengelernt". In der sind die Schwaben mittlerweile selbst wieder richtig gut angekommen und werden mit 18 Punkten aus den ersten 13 Spielen auf einem respektablen siebten Tabellenplatz überwintern.

"Alles investieren"

Beim Pokal-Hit gegen den badischen Rivalen wolle man nun "alles investieren und versuchen, noch mal maximal frisch aufs Spielfeld zu gehen", sagt Mislintat. Ein Sieg wäre ein "schöner Jahresabschluss und wir bräuchten nicht mehr darüber sprechen, dass wir zu Hause nicht gewinnen können". Denn ein Heimerfolg ist tatsächlich das Einzige, was dem VfB seit seiner Bundesliga-Rückkehr noch fehlt.

"Wir fühlen uns wohl mit dem, was wir erreicht haben", resümiert Mislintat. Was aber nicht heißen solle, dass man sich nun "in eine Komfortzone" begebe. "Wir gucken, wie wir noch besser werden und noch mehr bekommen können für das, was wir investieren". Tatsächlich passten Aufwand und Ertrag trotz der starken Zwischenbilanz bislang nicht immer zusammen. "Eines der vielen Unentschieden hätten wir sicher gewinnen können", sagt Mislintat.

Auch bei der 0:1-Niederlage beim VfL Wolfsburg am Sonntag wäre zumindest ein Punkt drin gewesen – wenn der VfB seine Chancen genutzt und bei der einen oder anderen Schiedsrichter-Entscheidung mehr Glück gehabt hätte. Mislintat bemerkte allerdings auch, dass der ebenso erfrischende wie intensive und temporeiche Offensivfußball der Stuttgarter in den letzten Wochen "an den Kräften gezehrt" habe.

"50:50-Spiel"

Gegen Freiburg wird die junge Mannschaft des VfB seine Kräfte noch mal brauchen. "Die kommen mit breiter Brust hier an", sagt Mislintat. Dennoch sei es ein "50:50-Spiel". Widerstandsfähigkeit dürfte dabei ein zentrales Thema werden. Mit dem Sport-Club erwartet Mislintat einen Tag vor Heiligabend einen Gegner, der "körperlich spielt und einen Top-Plan hat".

Verteidiger Marc Oliver Kempf, der selbst vier Jahre in Freiburg gespielt hat, weiß das. "Es wäre schön, wenn wir das Jahr positiv beenden könnten", sagt er. Mit einem Weiterkommen im Pokal würde es der VfB sogar veredeln.

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