Der Pilz hat die alte Eiche seit Jahren angegriffen. Foto: Stadt Freiburg

Im Freiburger Stadtviertel Vauban muss ein Baum gefällt werden. Ein Gutachter erklärt, warum das so ist. Die Stadt wird für einen Ersatz sorgen.

Eine etwa 80 Jahre alte Roteiche muss in Freiburg gefällt werden. Pilzbefall hat das Wurzelwerk zerstört, der Baum stellt eine Gefahr dar, da er umkippen könnte. Um möglichen Protest der Anwohner des Öko-Stadtviertels Vauban vorzubeugen, hat die Stadtverwaltung mit der Ankündigung, dass der Baum weg muss auch noch gleich den Gutachter für Interviews vermittelt, der das Todesurteil für die Roteiche gesprochen hat.

 

Rudolf Zumkeller lebt und arbeitet in Merzhausen direkt um die Ecke vom Vauban. Baumpflege und Gartengestaltung sind seine Metiers. Und wenn die Stadt bei ihren regelmäßigen Begehungen zur Überprüfung der Baumgesundheit im Stadtgebiet Zweifel am Zustand eines Baums hat, wird er als Experte hinzugezogen.

Pilz greift seit Jahren den Baum an

Im Fall der Roteiche im Vauban war für ihn schnell klar: Der sichtbare Pilzbefall durch den aggressiven Tropfenden Schillerporling hat im Lauf der vergangenen Jahrzehnte das Wurzelwerk der Eiche verfaulen lassen. Und zwar lange, bevor der Pilz an der Oberfläche sichtbar wurde, wie Zumkeller betont.

„Ich schätze mal, dass der Baum 80 Jahre alt sein dürfte und hier schon Stand, als das Vauban noch ein Kasernenareal war“, so der Experte. Gut möglich, so Zumkeller weiter, dass der Baum beim Bau der „Grünspange Fünf“ an der Kurt-Tucholski-Straße im Viertel an den Wurzeln beschädigt wurde, so dass der Pilz zugreifen konnte. „Das war um die Jahrtausendwende“, so der Gutachter. „Und das würde zeitlich passen zu dem Bild, das wir heute sehen.“

Pilzbefall mittlerweile sichtbar

Und dieses Bild ist nicht erfreulich: Der Pilzbefall ist mittlerweile großflächig sichtbar am Fuß der Eiche. Vertrackt ist dabei aber, dass man dem Holz nichts ansehen wird, wenn der Baum erst einmal gefällt wird.

Manchmal würden diejenigen, die einen Baum unbedingt erhalten wollen, gar nicht wirklich wissen wollen, was da unterirdisch geschehen ist. „Und dann wird es nervig“, so der Experte. Denn die Eiche sei mittlerweile nicht mehr standhaft. Vor allem, da die Krone in die eine Richtung gewachsen sei, die Wurzel aber vor allem in der gegenüberliegenden Richtung kaputt sei. Dem Zug, der sich da aufs Wurzelwerk ausdehne, sei der Baum nicht mehr gewachsen. Das mache ihn gefährlich.

Am Freitagmorgen um 7 Uhr beginnen die Fällarbeiten, so eine Sprecherin der Stadt. Im Herbst werde ein neuer Baum an die alte Stelle gesetzt, hat die Verwaltung bereits mitgeteilt.