Sein Amt als Bürgermeister ließe eine gewissenhafte Ausübung des Landtagsmandats nicht zu.
Stuttgart - Der Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung und Krankenhäuser Werner Wölfle (Grüne) legt sein Landtagsmandat zum 30. November 2011 nieder. Wie die Stadt Stuttgart am Montag mitteilte, habe er darüber am Montag den Landtagspräsidenten Guido Wolf informiert.
Der 58-jährige Wölfle ist seit 15. August 2011 Bürgermeister der Landeshauptstadt. Dieses Amt "lässt eine gewissenhafte Ausübung des Landtagsmandats auf Dauer nicht zu“, schrieb Wölfle. Und weiter: "Dieser Schritt fällt mir nicht leicht, zumal ich ein Direktmandat erringen konnte und die Arbeit im Petitionsausschuss mir außerordentlich wichtig war.“ Wölfle ist Vorsitzender dieses Ausschusses. Daher habe er sich bewusst für den 30. November entschieden, da der Petitionsausschuss anschließend drei Monate nicht zusammenkommt. Sein Schritt ermögliche einen "geregelten Übergang des Vorsitzes“. Wölfle bittet den Landtagspräsidenten, die Wahl des Nachfolgers für den 23. November einzuplanen. Für Werner Wölfle rückt Nikolaus Tschenk in den Landtag nach.
Zuletzt war Wölfle Ende September mit einer fehlgeleiteten SMS in die Schlagzeilen geraten, in der er an der grünen Personalpolitik öffentlich Kritik übte und damit die Schweigeregel im Politikbetrieb verletzte. Einen Rücktritt hatte er kurz nach Bekanntwerden der SMS-Panne nicht ausgeschlossen.