Frl. Wommy Wonder und Schwester Bärbel sorgten für einen unterhaltsamen Abend im Kurhaus Freudenstadt Foto: Stadler

Zum Abschluss der „40 Jahre Wommy“-Tour zündete Travestie-Urgestein Frl. Wommy Wonder alias Michael Panzer ein rasantes Bühnenfeuerwerk im Kurhaus Freudenstadt.

Mit einer Fotoshow, die das 40-jährige Bühnenjubiläum der Kunstfigur Frl. Wommy Wonder nachzeichnete, wurden die Gäste im Saal auf eine „wonder-bare Wonder-Tüte“ für Herz, Hirn und Zwerchfell eingestimmt. Frl. Wommy Wonder wurde von Schwester Bärbel alias Marcelo Pivoto Bolter begleitet und anmoderiert.

 

Im türkisblauen Glitzer-Minikleid, mit Turmfrisur und hochhackigen Pumps lud Frl. Wommy Wonder ihr Publikum am Sonntagabend ein, „heute das Leben zu feiern“.

Der mit bürgerlichem Namen Michael Panzer in Ostfildern lebende Kabarettist versetzte den Saal bereits ab den ersten Minuten mit scharfzüngigen Gags und schlüpfrigen Witzen in beste Stimmung und laute Lacher, Jubel sowie begeisterten Applaus.

„Jetzt erst recht“, so das Lied von Wommy Wonder, mit dem 40 Bühnenjahre zelebriert wurden.

Die Jubiläumsshow ohne festes Programm ließ den Alltag für rund drei einzigartige Stunden einschließlich (Lach-)Pause weit in den Hintergrund rücken. Der Hochgenuss von Gags im rasanten Tempo bot zudem ausreichend Raum für Lieder und Chansons mit Tiefgang, Emotionen und allerbester Unterhaltung mit Witzigem und Geistreichem.

„Schwoba könnet älles“, meint Schwester Bärbel. Foto: Stadler

Die Melodie „Living Next Door To Alice“ bot die Basis für das Lied „Schwabe können älles“, bei dem Schwester Bärbel passende Schilder hochhielt. Die knickrige Einstellung der Schwaben und dem bekannten „Hauptsache es koschd nix extra“ wirke sich durch den Ausspruch „des spare mer uns“ auch auf Erotik und Leidenschaft aus, so Wommy über ihre Landleute.

Bevor das Deodorant schon vor ihr den Feierabend einläuten konnte, eilte Schwester Bärbel mit Blaulicht auf dem Kopf und perlenden Notfalltropfen im Sektglas herbei. Sie philosophierte über das Alter, wobei man dem Körper beim Verfall zugucke, aber erst alt sei, wenn der Bürgermeister zum Gratulieren komme.

„Humor statt jammern, bringt sowieso nix“ Foto: Stadler

„Humor statt jammern, bringt sowieso nix“, lautete die Empfehlung von Frl. Wommy Wonder, die Abstand zu Unzufriedenen halte.

Zum eingespielten Video ohne Kostüm und Make-up sang Wommy darüber, wie sie sich selbst begegnete; und ein weiteres Lied thematisierte die letzten 40 Jahre und die noch folgenden, inzwischen im goldbraunen Glitzerkleid mit noch höherer Turmfrisur.

Philosophiert wurde über Touren der vergangenen vier Jahrzehnte, über Kreuzfahrten mit Mitreisenden, die wissen wollten, ob Wommy auch an Bord übernachte und denen sie erzählte, sie werde morgen um 6.30 samt Frühstücksbrötchen per Helikopter eingeflogen.

Wommy im goldbraunen Glitzerkleid mit noch höherer Turmfrisur neben Schwester Bärbel im Bananenrock Foto: Stadler

Der Verunstaltung ihres Kunstfiguren-Namens Wommy Wonder begegnete sie mit einem buchstabierten Namenslied. Mit „Ein Hoch auf die Kehrwoch‘“ hob sie als Kultraumpflegerin Elfriede Schäuble samt orangenem Staubwechsel die Stimmung und dirigierte damit das mitsingende Publikum.

Bei den Sprüchen der Lästerdame blieb kein Auge trocken und die Mitmachreihe ganz vorne nicht verschont.

Überraschungs-Hingucker

Schwester Bärbel entwickelte sich im Bananenrock und gelbem Federfächer sowie Brustschmuck zum Brüller auslösenden Überraschungs-Hingucker. Sie begeisterte während eines Bühnendress-Wechsels von Wommy mit einer gelungenen Showeinlage rund um einen Mantel am Kleiderständer.

Unter tosendem Applaus verabschiedete sich das Duo vom Publikum. Foto: Stadler

Alles verblasst mit der Zeit und die Erinnerung bleibt, sang Wommy, die sich während des Schlussliedes halbseitig abschminkte und sich sowohl als Wommy Wonder und Michael Panzer unter tosendem Applaus der geschlossen stehenden Gäste von Freudenstadt und damit ihrer Jubiläumstour verabschiedete.

Chapeau! Ein einzigartiger Abend, der nicht nur mit Lachmuskelkater noch lange nachwirken wird.