Wie die Verwaltung bei der jüngsten Sitzung des Rangendinger Gemeinderats erklärte, stehen 2025 zwei große Projekte an: So soll nicht nur für einige Zeit die Technik im Hallenbad saniert, sondern auch das große Rückhaltebecken gewartet und repariert werden. Das sind die Gründe.
Um jede Menge Wasser ging es am Montagabend im Untergeschoss des Gemeindehauses: Denn sowohl am Stausee als auch im Hallenbad wird man den Stöpsel ziehen und das Wasser ablassen müssen. In beiden Fällen sind Wartungsarbeiten der Grund – im Rückhaltebecken klemmt ein Schieber und in der Schwimmhalle muss die Technik saniert werden.
Das ist das Problem am See
Eigentlich stand der Stausee nicht auf der Tagesordnung, doch Bürgermeister Manfred Haug wusste schon, dass es eine Meldung zu dem Thema geben würde und übergab das Wort an Gemeinderat Paul Maichle (Rangendinger Bürger): Dieser erklärte, dass ihm zu Ohren gekommen sei, dass man den Stausee ablassen werde. Das bestätigte daraufhin Ortsbaumeister Jürgen Dieringer: Ein Notablaufschieber würde feststehen. Man habe alles Machbare probiert, aber er bewege sich nicht. Dass die bisherigen Versuche gescheitert seien, liegt wohl daran, dass er verkalkt sei. Ein ähnliches Problem habe man bereits im Jahr 2014 gehabt.
Das steckt hinter der Trockenlegung des Sees
Die einzige Lösung ist laut Dieringer nun, das Wasser im Stausee komplett abzulassen und alle Schieber zu reinigen – denn wenn einer verkalkt sei, seien die anderen bestimmt auch betroffen. Außerdem würde man die Gelegenheit nutzen, die Technik generell einmal zu warten.
Wird wieder ausgebaggert?
Meichle erklärte, dass er es für sinnvoll halte, nach dem Ablassen des Wassers auch den Stausee und vor allem den Vorsee auszubaggern: Gerade beim Vorsee sei es dringend nötig, da er wieder relativ gut gefüllt sei. Sonst hätte man in vier bis fünf Jahren noch ein großes Problem, wenn alles voll mit Schlamm sei. Dieringer erwiderte daraufhin, dass man den Vorsee auf jeden Fall ausbaggern müsse. Beim Stausee selbst hingegen müsse man erst abwarten, bis das Wasser abgelassen wurde: Dann könne man sehen, wie viele Sedimente angespült wurden und ob ein Ausbaggern nötig ist.
Wie sieht die zeitliche Planung aus?
Auf eine Frage aus dem Rat, wie es mit dem Zeitraum der Arbeiten aussehe, erklärte Dieringer, dass vor März nichts passieren werde: Man müsse den Zeitplan etwa mit dem gewerblichen Fischereiverein abklären – wegen dem Abfischen. Auch müsse man das Regierungspräsidium und Landratsamt einbinden und auf den Naturschutz achten. Das Ziel sei aber, die Anlagentechnik bis im Juni so weit auf Vordermann zu bringen, damit man für mögliche Starkregenereignisse im Juni und Juli gewappnet sei. Der Bauamtsleiter fügte hinzu, dass die Stausee-Anlage insgesamt funktioniere und es entsprechend kein großes Risiko gebe. Aber es könne sein, dass man noch weitere Probleme findet, die man vorher nicht erkennen konnte, wenn das Wasser erst einmal abgelassen sei. Bürgermeister Haug fügte hinzu, dass man bereits mit dem Fischereiverein in Kontakt stehe. Zudem gebe es die Idee, einen Ruhebereich am Vorsee einzurichten: Zuerst müsse man sich aber den See genau anschauen, wenn er leer sei.
Das kommt auf die Schwimmhalle zu
Ebenfalls trockengelegt werden soll das Becken im Hallenbad: Haug betonte bei diesem Tagesordnungspunkt aber direkt, dass nur die Technik saniert werde – die Schwimmhalle werde nicht längerfristig geschlossen. Dieringer ergänzte, dass es neben der Technik für die Rückspülung insbesondere um zwei Pumpen gehe – eine von diesen sei sehr stark verrostet. Ziel sei auch, die Technik so zusammenzufassen, dass man nicht mehr fünf bis sechs verschiedene Firmen anfragen müsse, um diese zu warten. Denn derzeit müsse beispielsweise für einen Schaltkasten ein Unternehmen kommen und für die dazugehörige Pumpe ein anderes: Laut Dieringer „ein echter Graus“.
Wann soll das Bad für die Arbeiten geschlossen werden?
Melanie Schilling (Freie Wähler) wollte daraufhin wissen, wie der Zeitplan aussehe und ob die Arbeiten in den Sommerferien stattfinden werden. Der Bauamtsleiter erklärte daraufhin, dass er die Arbeiten ungern auf die Großen Ferien schieben wolle, weil man sonst Fördergelder vom Bund – in Höhe von 40 Prozent – riskieren würde. Man peile stattdessen die Fasnets- oder Osterferien an. Bürgermeister Haug befand, dass man für die hohe Förderung vom Bund schon einmal das Wasser für eine Woche ablassen könne. Die Räte votierten anschließend einstimmig für die Auftragserteilung für die Sanierungsarbeiten an eine Firma aus Albstadt zum Angebotspreis von rund 63 300 Euro.