Die Tunnelbohr-Maschine „Paulina“ von Herrenknecht im Gotthardmassiv steht derzeit still. Foto: Bundesamt für Straße Astra

Nachdem ein Tunnelbohrer von Herrenknecht im Gotthardmassiv im Juni gestoppt wurde, steht der Plan, wann es weitergeht. Zunächst muss gesprengt werden.

7600 PS hat die Tunnelbohr-Maschine „Paulina“ aus dem Hause Herrenknecht. Auf der Südseite des Gotthardmassivs soll sie sich durch das Gestein fräsen, um die zweite Röhre des berühmten Gotthard-Tunnels zu bauen.

 

Allerdings: Seit dem 23. Juni steht der Tunnelbohrer der Schwanauer Firma Herrenknecht still. Nach gut 190 Metern musste die Maschine angehalten werden. „Kontrolliert“, wie der Bauherr, das Schweizer Bundesamt für Straßen (Astra), betont. Der Grund: „Stark geklüftetes, teilweise loses Gestein und Hohlräume“, die ein Durchkommen für die Tunnelbohrmaschine unmöglich machen.

Daher hat sich das Astra entschieden, rund 500 Meter konventionell im Sprengvortrieb auszubrechen. Erst danach soll „Paulina“ wieder in festem Gestein eingesetzt werden. Das erklärt das Bundesamt auf seiner Webseite und nennt dort auch einen Zeitrahmen, wann die Herrenknecht-Maschine – ab Tunnelmeter 740 – wieder bohren soll. Im „Frühjahr 2026“ soll es soweit sein, so das Astra. Ein genaues Datum ist derzeit noch offen.

Mehrkosten in Höhe von 15 bis 20 Millionen Franken

Die Anpassungen auf der Südseite führen zu einer Verzögerung von rund sechs bis acht Monaten und zu zusätzlichen direkten Kosten von rund 15 bis 20 Millionen Franken. „Im Projektbudget und im Bauprogramm ist eine Reserve für solche Risiken vorgesehen“, heißt es dazu vom Astra.

Auf der Nordseite des Gotthardmassivs, wo „Alessandra“ – ebenfalls gebaut vom Schwanauer Unternehmen – ihren Dienst verrichtet, läuft derweil alles nach Plan. Im Jahr 2030 soll der zweite Gotthard-Tunnel fertig sein, damit dann die 16,9 Kilometern lange erste Röhre durch das Alpenmassiv saniert werden kann.