Der Hohenzollerische Geschichtsverein berichtet über das Schicksal von Friedrich Stettmund am Dienstag, 22. Oktober, ab 20 Uhr. Der Hechinger starb am 27. Mai 1940 im KZ Mauthausen.
Am 27. Mai 1940 starb Friedrich Stettmund im Konzentrationslager Mauthausen: Er war der erste Hechinger, der in einem nationalsozialistischen KZ sein Leben ließ. An sein Schicksal erinnert nun ein Vortragsabend des Hohenzollerischen Geschichtsvereins am Dienstag, 22. Oktober, im Hohenzollerischen Landesmuseum in Hechingen.
Wegen Konflikt mit dem damaligen Bürgermeister verhaftet
Unter dem Titel „Bis heute vergessen: Friedrich Stettmund, das erste Hechinger KZ-Opfer“ stellt Rolf Vogt, der Leiter der Hohenzollerischen Heimatbücherei, den 1904 geborenen Sohn des Kaufmanns Friedrich Stettmund vor.
Dieser geriet früh mit dem Gesetz in Konflikt und musste sich mehrmals wegen Betrugs vor Gericht verantworten.
1932 war Friedrich Stettmund in der Ortsgruppe der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in Hechingen aktiv. In der kommunalpolitischen Diskussion über die Winterhilfe für Arbeitslose geriet er mit Bürgermeister Paul Bindereif aneinander. Der Bürgermeister sorgte dafür, dass er noch 1932 ins Gefängnis kam und nach dem nationalsozialistischen Umsturz in Schutzhaft genommen wurde.
Erst 1934 kam Friedrich Stettmund wieder frei. 1936 war er Hauptfigur in einem reichsweit Aufsehen erregenden Kriminalfall: Im Haus seiner Tante an der Staig wurde der Raubmörder Erich Schüller aus Schlesien festgenommen. Schüller war auf der Flucht und hatte Aufnahme bei seinem Bekannten aus früheren Tagen gefunden. Friedrich Stettmund ging zur Polizei und die schlug zu.
Viele weitere Bürger der Stadt ließen ihr Leben
Zurück in ein normales Leben fand Stettmund nicht. 1938 wurde er in Tuttlingen festgenommen und in Stuttgart inhaftiert.
1939 wurde er in das Konzentrationslager Dachau verlegt, dann nach Buchenwald und 1940 nach Mauthausen. Dort endete sein Leben. Wie der Geschichtsverein in seiner Mitteilung erklärt, blieb Stettmund nicht das einzige Hechinger Todesopfer des NS-Regimes: So waren im Winter 1940/41 Einwohner der Stadt unter den Euthanasie-Opfern aus dem Landeskrankenhaus. In den Jahren 1941 und 1942 wurden dann die verbliebenen Angehörigen der jüdischen Gemeinde inhaftiert und bezahlten unter dem Nationalsozialismus mit ihrem Leben.
Der Vortragsabend im Landesmuseum beginnt um 20 Uhr.