Durch die Ortsdurchfahrten von Kuhbach und Reichenbach wälzt sich täglich eine Blechlawine. Foto: Baublies

Mit einem 90-minütigen Austausch endeten die Stadtteil-Besuche Markus Iberts in Kuhbach. Der OB traf auf rund 25 Besucher, die mit Lob und Kritik nicht sparten. Im Stadtteil ist vor allem der Unmut über die Verkehrsprobleme nach wie vor groß.

Kuhbach - Im und ums Dorf fanden sich ausreichend zu behandelnde Themen. Zum Stand neue Ortsmitte erinnerte Ortsvorsteher Norbert Bühler daran, dass mittlerweile zehn Jahre am Projekt gefeilt werde. Die Bürger als auch der Ortschaftsrat würden gern einen baldigen Fortschritt sehen. Dafür zeigte der Rathauschef Verständnis, kündigte für Herbst/Winter nächste Schritte und Entscheidungen an. Ein Teil-Bebauungsplan soll unter anderem in den kommunalpolitischen Gremien vorgestellt werden.

Ortsvorsteher fordert durchgängig Tempo 40

Norbert Bühler verstand nicht, warum durch Kuhbach nicht einheitlich Tempo 40 machbar sei. Markus Ibert verwies auf rechtliche Gründe und nannte als Beispiel Kippenheimweiler, wo auf Tempo 30 stellenweise wieder 50 gelte. Kritisch wurde der nächtliche Lkw-Lärm auf der B 415 angesprochen. "Das macht Krach wie bei Kanonenkugel-Beschuss", so ein Bürger.

Ibert sagte, man habe mit der entsprechenden Firma Gespräche geführt: "Uns wurde lediglich lapidar gesagt, es handle sich um Subunternehmer." Zur Ortsumfahrung konnte der OB keinen neuen Stand vermelden. "Das ist ein kompliziertes Thema, weil zum Beispiel einbezogen werden muss, was aus der Geroldsecker Vorstadt werden würde", sagte er.

Zum Grundschul-Standort legte Ibert die aktuell bevorzugte Variante in den Breitmatten dar. Die Variante werde eingehender untersucht. "Wenn alle klappt, sollten wir noch in diesem Jahr Ergebnisse erhalten", sagte Ibert. Im gleichen Zug äußerte eine Bürgerin Unbehagen bei der Sperrung der Abbiegespur von der Willy-Brandt-Straße in die B415: "Hier nicht abbiegen zu dürfen, erscheint mir nicht zielführend." Ibert verwies auf die laufende Testphase, deren Auswertung er abzuwarten bat.

Müll auf Privatgrundstück wird zu einem Ärgernis

Nicht zum ersten Mal wurde auf den beschwerlichen Aufstieg aus dem "Eichgarten" über die Stufen unweit des Ärztehauses (Kuhbacher Hauptstraße) verwiesen. Die Frage nach einer Schiene neben der Treppe zum Fahrradschieben wurde aus rechtlichen Gründen verneint.

Ortsvorsteher Bühler wiederholte zum Thema Bekanntes: Von Verwaltungsseite sei bei einem Ortstermin argumentiert worden, eine Rampe lasse sich aufgrund der zu schmalen Bedingungen und des nicht zu erzielenden Steigungsniveaus von sechs Prozent nicht einrichten. Ähnlich wurde zum Zustand des stark vermüllten Nachbargrundstücks argumentiert. "Wir haben das dem Landratsamt gemeldet. Doch solange vor Ort nichts geschieht, was die Umgebung und die Bevölkerung gefährdet, kann der Betreffende auf seinem privaten Grund tun und lassen, was er will", so Bühler.

Mitglieder des "Freundeskreis Friedhof" stellten sich vor und machten auf den Zustand von Gottesacker und Außenanlagen aufmerksam. OB Ibert sagte, er hege hohe Sympathie und Dankbarkeit für diese Form von Engagement. Die genannten Punkte nahm er zur Weiterleitung an den Bau- und Gartenbetrieb (BGL) mit. Lobend äußerte sich ein Zuhörer zum neu hergerichteten Versammlungsraum im Rathaus. "Hier hat die Stadt Wort gehalten", sagte er, was angesichts fehlender Gaststätten im Ort umso wichtiger für die Versammlungskultur der Vereine sei.

In Reichenbach ähnliche Sorgen

Bereits beim Stadtteiltag vor einem Monat im benachbarten Reichenbach hatten die Verkehrsprobleme auf der B 415 im Mittelpunkt gestanden. Ibert hatte dort verdeutlicht, dass es weder für eine Umfahrung entlang der Schutter noch für einen Tunnel eine politische Mehrheit gebe. Als mögliche Maßnahmen würden daher eine Temporeduzierung sowie ein Lkw-Nachtverbot gelten.

Hierbei sei jedoch zu berücksichtigen, wie sich der Verkehr in der Folge möglicherweise verlagern würde, was das Ganze sehr komplex mache. Sobald die Ergebnisse einer Verkehrszählung auf der B 415 vorliegen, werde die Stadtverwaltung das weitere Vorgehen mit dem Regierungspräsidium Freiburg, das für die Bundesstraße zuständig ist, abstimmen.