CDU-Landtagskandidat Carl Christian Hirsch war zu Besuch auf der „Sonneninsel“. Bei einem Gespräch mit Christoph Schaack ging es um künftige Projekte in Dobel.
„Dobel steht vor großen Aufgaben – aber genauso vor großen Chancen“, sagte CDU-Landtagskandidat Carl Christian Hirsch bei seinem Austausch mit Bürgermeister Christoph Schaack. Gemeinsam sprachen sie über anstehende Investitionen, strukturelle Herausforderungen und wichtige Projekte, die die Gemeinde in den kommenden Jahren prägen werden.
Ein Schwerpunkt seien zahlreiche Sanierungs- und Bauvorhaben. Elektrik, Internetinfrastruktur und energetische Standards des Rathauses müssen erneuert werden, heißt es in einer Pressemitteilung . Geplant sei daher ein Umzug der Verwaltung ins Kurhaus, das ohnehin für rund 5,2 Millionen Euro modernisiert wird.
Gemeinde steht vor großen Aufgaben
„Fördermittel aus dem Landessanierungsprogramm und dem kommunalen Ausgleichsstock machen dieses Projekt möglich. Zugleich müssen wir schauen, wo künftig unsere Vereine und unser Jugendraum unterkommen, die heute Räume im Kurhaus nutzen“, erklärte Schaack.
Zusätzlich stehen weitere Großprojekte an: Rund eine Million Euro fließen in die Sanierung der Grundschule. Auch der Bauhof muss bis spätestens 2030 verlagert werden – bei veranschlagten Kosten von rund 2,7 Millionen Euro und schwieriger Flächensuche. Die Feuerwehr benötigt ebenfalls Investitionen von etwa 2,5 Millionen Euro. Schaack machte deutlich: „Diese Aufgaben sind herausfordernd, vor allem nach dem Eintritt des bisherigen, langjährigen Bauamtsleiters in den Ruhestand. Aber wir arbeiten lösungsorientiert und Schritt für Schritt.“
Im Bereich Hotellerie gibt es noch Potenzial
Hirsch betonte dabei die Bedeutung belastbarer Finanzrahmen: „Sinkende Gewerbesteuereinnahmen und steigende Standards belasten viele Kommunen. Es braucht verlässliche Finanzierungsstrukturen und realistische Vorgaben. Wir müssen dringend an die Finanzausgleichszahlungen ran, damit Gemeinden wie Dobel handlungsfähig bleiben.“
Ein großes Thema sei ebenfalls die Ortsentwicklung. Dobel verzeichnet jährlich rund 120 000 Übernachtungen – insbesondere dank des Rehazentrums. „Im Bereich Hotellerie und vor allem Gastronomie sehe ich allerdings noch Potenzial für uns“, so Schaack.
Gleichzeitig ist die Ausweisung neuer Bauflächen kaum möglich. „Der Naturschutz engt uns in alle Himmelsrichtungen ein“, sagte der Bürgermeister. Innenentwicklung, Nachverdichtung und die Reaktivierung leerstehender Gebäude seien daher entscheidend. „Wir brauchen aber flexiblere Möglichkeiten bei Ausgleichsmaßnahmen, damit kommunale Entwicklung nicht am Naturschutz scheitert.“
Dobel spürt finanzielle Auswirkungen
Hirsch ergänzte: „Naturschutz ist wichtig – aber die Dinge müssen wieder im richtigen Verhältnis stehen. Dabei ist neben der geplanten bundesrechtlichen Änderung vom Individual- zum Populationsartenschutz auch das Land gefragt, beispielsweise mit einer pragmatischeren Handhabung beim Flächenausgleich.“
Sorgen bereitet weiterhin die medizinische Versorgung. Derzeit gibt es keinen Hausarzt vor Ort. „Das ist ein zentraler Standortfaktor“, betonte Hirsch. „Wir müssen inhabergeführte Praxen wieder attraktiver machen und neue Formen ermöglichen – MVZ mit Zweigstellen, tageweise Versorgung, multiprofessionelle Teams. Diese Modelle werden von jungen Ärztinnen und Ärzten nachgefragt und können auch ländlichen Gemeinden echte Chancen eröffnen.“
Auch finanziell spüre Dobel die Auswirkungen externer Faktoren, heißt es in der Pressemitteilung. Der Jahresabschluss 2025 werde voraussichtlich ein Minus von rund 300 000 Euro ausweisen – nahezu exakt die Mindereinnahmen aufgrund des Zensusergebnisses. „Wir haben Widerspruch eingelegt und warten weiter auf Rückmeldung“, erklärte Schaack.
Trotz der Herausforderungen sieht Hirsch viel Positives: „Die hohe Lebensqualität, das starke Vereinsleben und die funktionierende Nahversorgung auf dem Dobel sind ein echtes Pfund. Diese Strukturen verdienen Wertschätzung und politische Unterstützung, um sich weiterentwickeln zu können.“