Der Haslacher Stadtwald erholt sich langsam – nun will der Gemeinderat noch größere Erträge einfahren. Foto: Rothe

Förster Frank Werstein und der Wolfacher Amtsleiter für Waldwirtschaft, Mario Herz, stellten das Ergebnis bei der letzten Ratssitzung in diesem Jahr vor.

„Der Wald gerät immer wieder unter Druck, auch durch den Klimawandel“, schilderte Herz und erinnerte an das Jahr 2023, als durch die Trockenheit sehr viele alte Tannen so großen Schaden genommen hatten, dass sie gefällt werden mussten.

 

Insgesamt lagen die Zwangsnutzungen damals bei 80 Prozent. Das heißt, die Bäume mussten beispielsweise aufgrund von Trockenschäden oder Käferbefall gefällt werden, nicht im Rahmen der geplanten Maßnahmen. Dabei habe es im Frühjahr noch ganz anders ausgesehen, wie Werstein deutlich machte: „Wir hatten im März und April Angst wegen der geringen Niederschläge. Dann kam der Regen. Der Wald hat sich deutlich erholt und sieht sehr gut aus.“

Die Forstleute betonen die Wichtigkeit nachhaltigen Wirtschaftens

Er gehe davon aus, dass der geplante Einschlag von 6800 Festmeter ziemlich genau vollzogen werden könne, bei einem Anteil von 33 Prozent Zwangsnutzungen. Überwiegend sei also planmäßiges Arbeiten möglich gewesen. Insgesamt wurde Stand November ein Ertrag von 498 000 Euro generiert, das meiste davon durch den Holzverkauf. Abzüglich der Aufwendungen (beispielsweise für Personalkosten) steht unterm Strich voraussichtlich ein Plus in Höhe von 153 500 Euro im Ergebnishaushalt. Geplant waren 116 600 Euro.

Im kommenden Jahr ist ein Holzeinschlag von 7400 Festmetern vorgesehen, darüber hinaus stehen Pflanzungen, Kultursicherung, Jungbestandspflege und Wertästung auf dem Plan. Herz geht im Ergebnishaushalt von Erträgen in Höhe von 564 300 Euro aus, wiederum vorwiegend durch den Holzverkauf. Auf der Ertragsseite stehen 379 700 Euro, sodass im Ergebnishaushalt wieder ein Überschuss zu erwarten ist, dieses Jahr in Höhe von 184 600 Euro.

Vorratsfestmeter liegen in Haslach über dem Durchschnitt

Die Rahmenbedingungen dafür, dass es auch so kommt, seien aktuell sehr gut. Die Holzpreise seien gut und die Nachfrage groß. Wichtig sei hinsichtlich des Klimawandels den Waldumbau voranzutreiben, was eine Vorratsabsenkung mit sich bringe. „Was könnte man optimieren, damit es noch mehr wird?“, wollte Davide Tamburello (FWV) wissen – auch vor dem Hintergrund der angespannten finanziellen Situation der Stadt. Herz verwies auf die Forsteinrichtung, die für zehn Jahre festgeschrieben sei. Ziel sei, die Arbeiten möglichst mit dem vorhandenen Personal stemmen zu können, außerdem müsse die Nachhaltigkeit gewährleistet werden.

Joachim Prinzbach (FWV) appellierte, mehr mit Unternehmern zusammenzuarbeiten. „Mit Wald kann wieder richtig Geld verdient werden, ohne intensiv in die Substanz zu gehen“, machte der Vorstand der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Schwarzwald deutlich. Bürgermeister Armin Hansmann fragte, wie viel Vorrat der Haslacher Stadtwald habe. Herz gab an, dass er bei 483 Vorratsfestmetern pro Hektar liege – zum Vergleich, für Baden-Württemberg liege der Wert bei 340 Vorratsfestmetern.

Gemeinderat stimmte der Betriebsplanung für 2026 zu

„Es ist uns ein Anliegen, dass wir den Vorrat angehen, aber in einer Umsetzbarkeit, die im Betrieb einhergeht“, betonte Herz. Andreas Isenmann (CDU) sagte: „Ich habe den Eindruck, dass man aufgrund unserer aktuellen Haushaltslage schaut, wo man noch ein bisschen was rausholen könnte. Ich bin sicher, dass der Förster einen ausgewogenen Plan ausgearbeitet hat.“

Schließlich nahm der Gemeinderat den voraussichtlichen Vollzug des Forstwirtschaftsjahres 2025 zur Kenntnis und stimmte der Betriebsplanung des Amtes für das Forstwirtschaftsjahr 2026 zu.

Wald für Kinder

Der Wald soll nicht nur Holzlieferant sein: Frank Werstein erinnerte daran, dass auch die Waldpädagogik eine große Rolle spiele und den Kindern den Wald und die Natur näherbringe.