Ein Kind hat seine Stofftiere im Gepäck Foto: © Lydia Geissler - stock.adobe.com

Der AK Asyl Ostelsheim stellt seine Arbeit und die aktuellen Geflüchtetenzahlen im Gemeinderat vor. Der Verein sucht Mitglieder – und Wohnraum für eine kurdische Familie.

2015 gründete sich in Ostelsheim der AK Asyl - damals noch als Bürgerinitiative. 2018 wandelte sich die Gruppe in einen Verein um. Seit vier Jahren ist Pfarrerin Heike Ehmer-Stolch dessen Vorsitzende. Der AK Asyl hat aktuell 19 Mitglieder. Ehmer-Stolch stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Arbeit des Vereins vor.

 

Die Ehrenamtlichen helfen den Geflüchteten im Ort auf vielfältige Weise. Zum einen veranstaltet er einmal im Monat einen offenen Treff im evangelischen Gemeindehaus. Hier sollen Einheimische und Geflüchtete ins Gespräch kommen. Mit den Kindern geht der AK einmal im Monat in der Halle kegeln. „Das macht viel Spaß“, so die Vorsitzende.

Zudem organisiere der Verein Deutschkurse. Sechs ehrenamtliche Lehrer brächten so den Menschen in sieben Gruppen die Sprache bei. Es gebe auch Einzelunterricht. Denn das Sprachniveau habe eine „große Bandbreite“.

Auch eine Lernhilfe für Jugendliche biete der AK an. Diese finde wöchentlich im Rathaus statt. Gerade wenn die Flucht in die Grundschulzeit falle, „geht viel verloren“, so Ehmer-Stolch. Das werde auf weiterführenden Schulen dann zum Problem. Deshalb wolle man rechtzeitig helfen.

Zudem gebe es im AK ein Team, welches die Neuankömmlinge begrüße, bei Behördengängen helfe und zeige, wo im Ort Bäcker, Bus und Arzt seien. Es gehe vor allem darum, in Kontakt zu kommen.

Es gehe vor allem darum, in Kontakt zu kommen

Laut Ehmer-Stolch gibt es im Ort aktuell 30 Asylsuchende im Alter zwischen zwei und 60 Jahren. 26 von ihnen seien männlich. Der Großteil stammt aus Syrien. Sieben kommen aus Afrika, drei aus der Türkei. Letztere seien nach dem großen Erdbeben gekommen. Dazu kommen noch 15 Ukrainer, die allerdings privat untergebracht seien.

Eine kurdische Familie sei seit über einem Jahr im katholischen Gemeindehaus untergebracht. Das sei jedoch kein Wohnhaus. Deshalb suche der AK „händeringend“ nach einer Wohnung für die „nette Familie“ mit zwei Kindern im Kita- und Grundschulalter.

Beim Dorf-Café engagiert

2025 wolle der Verein wieder beim Fleckenfest dabei sein und einen Filmabend organisieren. Auch beim Projekt Dorf-Café mache man weiterhin mit. Hier ist der AK der vom Fördergeber geforderte zivilgesellschaftliche Partner.

„Wir wollen Begegnung schaffen, um der Spaltung der Gesellschaft etwas entgegenzusetzen“, so Ehmer-Stolch. Es gehe darum Vorurteile abzubauen. Der AK sei unpolitisch, engagiere sich aber gegen Rassismus und für Demokratie. „Wir machen das für den Ort“, meinte sie.

Bürgermeister dankt dem Verein für seine Arbeit

Gebe es Probleme mit den Geflüchteten, könne man das schnell und direkt klären. Größere Vorkommnisse habe es aber ohnehin noch keine gegeben. „Die Menschen fallen uns vor die Füße, denen zu helfen ist unser Antrieb“, so die Pfarrerin.

Das große System könne man als AK nicht ändern. Aber: „Die Menschen sind nicht schuldig, sondern in Not“, sagte sie. Es sei ein großer Fehler so zu tun, als ob diese Menschen nicht da wären, so Bürgermeister Ryyan Alshebl.

Verein sucht Mitglieder

Er dankte dem AK für dessen Arbeit. Der Verein setzte sich für das Allgemeinwohl ein. Die Hilfe der Ehrenamtlichen in der Hilfe für Geflüchtete sei für die Verwaltung unerlässlich und ohne sie nicht stemmbar. „Ich bin froh, dass es euch gibt“, richtete er sich an die Mitglieder.

Ehmer-Stolch warb dafür, beim AK mitzumachen. Der Verein brauche mehr Mitglieder.