Die Lörracher Feuerwehr befindet sich in einer Phase des Übergangs. Worum es geht, war Thema im Hauptausschuss.
So sollen beispielsweise die Feuerwachen in Hauingen und Haagen langfristig für einen gemeinsamen Ausrückebereich Nord auf dem Areal Neumatt-Brunnwasser aufgegeben werden. Bis dahin stehen in den Gerätehäusern noch dringend erforderliche Sanierungsmaßnahmen an.
Die Feuerwehr Lörrach hat für die kommenden fünf Jahre einen Bedarfsplan erstellt. Im Hauptausschuss fand diese Übergangsplanung Anklang.
Der Feuerwehrbedarfsplan wird also ein weiteres Mal zunächst nur für fünf Jahre bis 2030 fortgeschrieben. Der Hauptausschuss stimmte diesem Übergangsplan nach viel Lob einhellig zu. Er soll dazu dienen, den zehnjährigen Bedarfsplan ab 2023 fundiert vorzubereiten.
In zehn Minuten vor Ort
Zuvor hatte Feuerwehrkommandant Michael Ortlieb die Einzelheiten zu dem Bedarfs- und Entwicklungsplan 2025-2030 erläutert. Grundlage bilden eine Gefahrenanalyse, aber auch die Auswertung der Leistungsfähigkeit. Immer wichtiger werde der Aspekt der interkommunalen Zusammenarbeit, führte er weiter aus. Zudem behalte die Feuerwehr die weltpolitische Lage und Veränderungen durch den Klimawandel im Blick.
Auch Klimawandel im Blick
In Sachen Leistungsfähigkeit kann die Feuerwehr Lörrach die geforderten Standards weitgehend erfüllen. So sei das ersteintreffende Einsatzfahrzeug im Jahr 2018 in 92 Prozent der Alarmierungen innerhalb von zehn Minuten an der Einsatzstelle gewesen, womit die Vorgabe von 90 Prozent sogar leicht übertroffen werde. Die nächste Überprüfung durch ein externes Fachunternehmen ist für das Jahr 2028 vorgesehen. Kleinere, aber lösbare Probleme gebe es auf etwa 25 Prozent der bebauten Fläche bei der Löschwasserversorgung.
Für die einzelnen Fahrzeugtypen der Feuerwehr gibt es Orientierungswerte, in welchen Zeiträumen sie ersetzt werden sollten. Für Drehleitern werden beispielsweise 20 Jahre empfohlen. Im Endeffekt ist der jeweilige Betriebszustand der Fahrzeuge entscheidend. Was die Basisfahrzeuge betrifft will sich die Feuerwehr in Zukunft auf einen Typ beschränken. Auch soll die Anzahl dieser Fahrzeuge um zehn Prozent – auf neun statt zehn – gesenkt werden.
Mehr Kooperation
„Außer Diskussion“, so Ortlieb stehen die beiden Drehleitern. Ab dem dritten Stockwerk – und hohe Gebäude gebe es in Lörrach reichlich – seien diese zwingend erforderlich. Für weitere Synergieeffekte will die Feuerwehr ein Wechselladerkonzept etablieren. Mit der Stadt Weil am Rhein stehe man im Austausch für Kooperationen. Rund 6,4 Millionen Euro will die Feuerwehr in den kommenden Jahren investieren.
Die Entwicklung der Mannschaftsstärke sei positiv, wie weiter mitgeteilt wurde. Die Personalstände in Ausbildung und Ehrenamt seien ebenfalls erfreulich. Die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte, insbesondere tagsüber, müsse aber weiter beobachtet werden. Eine personelle Verstärkung im hauptamtlichen Bereich wird als notwendig erachtet.
Ehrenamt ist zentral
Margarete Kurfeß (Grüne) wies darauf hin, dass derzeit vier hauptamtliche Stellen fehlen würden. Dieser Mangel werde in Teilen durch das Ehrenamt kompensiert, sagte sie und sprach von einer großen Aufgabe, die ehrenamtlichen Kräfte zu betreuen. Ulrike Krämer (CDU) bedankte sich für die klare Planung, die auch Einsparpotenziale beinhalte: „Wir haben das Gefühl, Sie haben alles gut im Griff.“
„Wir müssen vorausschauend planen, damit die Gelder da sind, wenn wir sie brauchen“, erklärte Horst Simon (SPD). Er hoffte auf florierende Gewerbegebiete, um durch die Mitarbeiter dort, die Tagesbereitschaft erhöhen zu können.
Die Feuerwehr habe sich viele Gedanken gemacht und sogar Sparmaßnahmen eingebaut, signalisierte auch Silke Herzog (FW) Zustimmung. Matthias Koesler (FDP) wiederum lobte das übererfüllte Soll bei den Einsatzfahrtzeiten.