Mark Dannell ist seit gut einem Jahr der Vorsitzende des Tannheimer Freibadfördervereins und will die Familieneinrichtung fit für die Zukunft machen.
Der 44-Jährige lebt mit Frau und Sohn seit zwölf Jahren in Tannheim und inzwischen, sagt er lachend, verstehe er im Dialekt die Frage „Wo g´hörsch du na?, die er hier zunächst oft hörte.
Längst hat er sich in die Dorfgemeinschaft integriert, denn seit er hier lebt, engagiert er sich im Freibadförderverein. Doch davon später mehr.
In Margate in der Nähe von Dover aufgewachsen, folgte der junge Mark Dannell nach dem Abitur beruflich zunächst seinen Eltern, beides Banker. Nach dem Bankkaufmann folgte ein Studium in Germanistik und Französisch. Danach kehrte er ins Bankgeschäft zurück.
Schon als Student hatte er seine in Japan geborene spätere Frau Nina kennengelernt, eine angehende Lehrerin, der er 2008 nach Beuren bei Esslingen folgte. Seinen Job in England hatte er, nicht zuletzt aufgrund der damaligen Bankenkrise, einfach gekündigt. Als Arbeitssuchender fand er in Deutschland sehr schnell eine Stelle als Freiberufler an einer Sprachschule in Stuttgart, später in Ingolstadt und Freiburg.
2013 orientierte er sich noch einmal um, denn er wurde von einer Donaueschinger IT-Software-Firma für den Vertrieb angeworben und blieb dort bis 2021. Den in dieser Branche üblichen häufigen Wechseln trug auch er Rechnung, arbeitete vier Jahre lang für ein deutsch-französisches Software-Unternehmen und wechselte im November zu einem amerikanischen Arbeitgeber, für den er im Homeoffice für weltweit tätige Firmen Zeitwirtschaft, Personaleinsatz und Lohnabrechnungen erledigt.
Als Aufsicht tätig
Der Grund, warum die Familie Dannell 2014 nach Tannheim zog? Nina Dannell trat eine Stelle als Lehrerin an der Gartenschule in Schwenningen an. Eine Kollegin dort, Nadine vor dem Berge aus Tannheim, half nicht nur bei der Suche nach einem Heim in dem 1300-Seelen-Ort, sie war und ist bis heute aktives Mitglied des Freibadfördervereins.
Nachdem durch die Freundschaft zu ihr und ihrem Mann Lars Wührmann herauskam, dass Mark Dannell ein ehemaliger Leistungsschwimmer ist und als 16-Jähriger eine Bademeisterausbildung erfuhr, stand die Vereinsmitgliedschaft der Dannells mit gelegentliche Einsätzen als Badeaufsicht oder im Kiosk schnell fest. Und nicht nur das: Dannell ließ sich in den Beirat wählen und war als Webmaster tätig.
Im Frühjahr 2025 zum neuen Vorsitzenden gewählt
Eigentlich wollte er sein Vereinsengagement nach gut zehn Jahren reduzieren, mehr Zeit für die Familie und das Golfspielen gewinnen, doch das Gegenteil geschah: Er wurde im Frühjahr 2025 als Nachfolger von Uli Murawski und Susanne Kaltenmaier zum neuen Vorsitzenden gewählt.
Umentschieden habe er sich nach einem Sommer mit vielen Besuchen im Freibad, bei denen er noch einmal die Freude insbesondere der Kinder erlebte. Jetzt weiß er sich von einem motivierten Vorstandsteam – Michaela Baumer-Wallis, Doris Riesle, Sibylle und Sandrine Bippus, Nadine vor dem Berge, Lars Wührmann, Lisa Merk, Daniel Keller und Anja Keller – umgeben, mit dem er das fast 70 Jahre alte Freibad „ins 21. Jahrhundert transformieren“ möchte. Dazu gehört als nächstes Großprojekt die Installation einer PV-Anlage mit dem Ziel, die Stromkosten zu halbieren.
Preis gewonnen
In Tannheim gebe es viele Menschen, die zwar in anderen Vereinen engagiert sind, die Freibadförderer aber dennoch unterstützen. „So ist halt Tannheim“, sagt Mark Dannell und das klingt wie eine Liebeserklärung. Gerade hat der Verein den Paul-Harris-Preis für soziales Engagement des Rotary-Clubs VS gewonnen. Eine Ehrung die gut tut, aber nicht darüber hinwegtröstet, dass außer Geld auch „helfende Hände“ gebraucht werden, wie er betont.
Nächste Generation im Blick
Im Blick habe er dabei „die nächste Generation“, denn jedes Jahr beendet ein Mitglied aus Altersgründen die Mitarbeit. Fehlendes Personal ist mit ein Grund, warum das Tannheimer Freibad in diesem Jahr erst am Samstag, 13. Juni, öffnet. „Wir bleiben ein Familienbad“, versichert der Vorsitzende, auch wenn sich die Eintrittspreise nach rund zehn Jahren Stabilität geringfügig erhöhen.
Mark Dannell möchte „Awareness“ (Achtsamkeit) schaffen. Am nächsten Samstag hat er daher eine Gemeinschaftsaktion anberaumt, in der das Bad mit neuem Babybecken zum Saisonstart auf Hochglanz gebracht wird, bei der aber auch das gemeinsame Anbaden und ein Mittagessen im Mittelpunkt stehen sollen.