Auf dem Polter: Ortsvorsteher Bernd Meyer mit Bezirksförster Gerhard Schwab Foto: Gudrun Gehr

Im Egringer Wald warteten rund 120 Festmeter Brennholz auf die neuen Besitzer. Sie kamen bei der Brennholzversteigerung im Gewann „Weiler Holz“ unter den Hammer.

Zum Wertholzplatz am „Wollbacher Sträßle“ strömten am Samstag die Besucher. Kalt und sonnig war es, wie es sich für eine solch urige und bodenständige Angelegenheit gehört.

 

Es fanden sich rund 80 Hobby-Holzmacher samt Kind und Kegel ein, die von Egringens Ortsvorsteher Bernd Meyer und Bezirksförster Gerhard Schwab in den Egringer Wald bis zum Richtstattweg dirigiert wurden.

An den Forst- und Wanderwegen hatte Förster Schwab am Wegesrand insgesamt 37 „Lose“, also gestapelte Polter, in einer Größe bis sieben Ster Holz vorbereiten und mit grüner Farbe durchnummerieren lassen.

Im Angebot waren Eichen, Buchen und Eschen, die nach der Ersteigerung vom jeweiligen neuen Besitzer aufzuarbeiten und abzutransportieren sind.

Zu erfahren war, dass die Preise der Holzversteigerung immer etwas günstiger als bei Freihandverkäufen der Forstbetriebsgemeinschaft liegen. Die Anschlagspreise lagen für Buche bei 70 Euro, für Esche bei 68 Euro und für Eiche bei 60 Euro pro Festmeter.

Die Hälfte der Besucher kommt von auswärts

Bernd Meyer begrüßte die Gäste zur ersten Holzversteigerung des Jahres in der Gemeinde Efringen-Kirchen. Förster Gerhard Schwab schmunzelte und ermahnte: „Bitte bearbeiten Sie nur diejenigen Polter, für die Sie einen Coupon erhalten und auch bezahlt haben“.

Ortsvorsteher Meyer schätzte, dass rund die Hälfte der Interessenten von auswärts kamen. Er vermutete: „Die Egringer haben meist eigenen Wald, den sie bewirtschaften. Daher erwarten wir auch nicht eine große Anzahl Einheimischer bei unserer Versteigerung.“

Motorrad-Club Aguringas bewirtet

Die Wirtschaft im Wald hatte der Egringer Motorrad-Club Aguringas mit seinen 15 Helfern übernommen, die für einen guten Zweck arbeiteten. Der Club als Interessengemeinschaft hat kein Präsidium und ist seit rund 15 Jahren zur Bewirtung der Gäste im Wald zuständig, wie Pressewart Bernie erzählte.

Auf die Interessenten der Versteigerung wartete ein rund zweistündiger Marsch durch das Waldstück, hier zeigte Förster Schwab das bereit liegende Langholz vor. Zur Kräftigung der Gäste gab es vor der „Sightseeing-Tour“ Deftiges und Getränke.

Gut gelaunte und fröhliche Gastgeber: das Team des Motorradclubs Aguringas. Foto: Gudrun Gehr

Als ganz spezielles Angebot präsentierte Olli vom Aguringas-Team duftenden Raclette-Käse auf Bauernbrot, dem kaum jemand widerstehen konnte, und Bauernwürste aus dem heißen Kessel.

Dann machte sich Förster Schwab mit der interessierten Gästeschar auf zur Versteigerung. Bei Holzversteigerungen wird sich gerne gegenseitig geneckt, oftmals kennt man sich bereits jahrelang, es wird hin und her gefrotzelt.

Der moderierende Ortsvorsteher erklomm jeweils den Polter und nannte den Anschlagspreis, also den vom Forst erwarteten Mindestpreis. Aus der Menge heraus wurde geboten, zuerst forsch in Fünf-Euro-Schritten, wenn es dann teurer wurde, in Ein-Euro-Abständen. Der Erfolg des Auktionators zeigte, dass der Anschlagspreis oft deutlich übertroffen wurde, was möglicherweise ein Resultat der relativ knappen Holzmenge in Bezug auf die potenzielle große Käuferschar war.

„Highlight des Jahres im Wald“

Michael , Ossi und Bernie vom Aguringas-Komitee sagten unisono: „Egringen ist zwar nur ein kleines Dorf, aber wir können richtig feiern“. Nach der Auktions-Tour durch den Wald herrschte Großandrang an der Waldtheke, der Ausschrank samt Raclette-Ausgabe war stark gefordert. Das Thekenteam hatte sich mit umfangreichen Vorräten eingedeckt, zumal sich die Holzversteigerung zunehmend als eines der „Highlights“ des Jahres und traditioneller Treffpunkt mit Gemütlichkeit darstellt. Viele Einheimische stießen auch erst nach der Versteigerung zum zwanglosen Plausch hinzu.

Info: Die nächste Holzversteigerung erfolgt am 17. Januar in Mappach (Treffpunkt Jagdhütte einig am Kandernerweg), am 24. Januar in Welmlingen (Alte Poststraße/Kreuzeichenweg) und am 28. Februar in Wintersweiler (Alte Poststraße/Festplatz Katzenberg). Der Treffpunkt ist jeweils um 10.30 Uhr, jeweils wird durch ortsansässige Vereine bewirtet.