Ein Video von drei Bären, die im Schnee spielen, ist vom Bärenpark Schwarzwald veröffentlicht worden. Doch sollten die Tiere nicht längst Winterschlaf halten? Wir haben nachgefragt.
Wie süß! Drei Bären, die im Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald in Bad Rippoldsau-Schapbach leben, spielen miteinander im Schnee. Ein Video davon ist als Story auf dem Instagram-Account des Parks veröffentlicht worden. „Schneeschieben auf Bärenart“ steht dabei. Dazu noch ein Bären- und zwei Lach-Emojis.
Den drei Bären Agonis, Arian und Arthos scheint ihre verschneite Freianlage gut zu gefallen. Während einer von ihnen die Nase in den Schnee steckt, schnuppert und dann den Blick über die weiße Landschaft schweifen lässt, sind die anderen beiden schon ins Spielen vertieft. Sie raufen und schieben sich durch den Schnee.
Ein herzerwärmender Anblick – doch trotzdem stellt sich die Frage, ob die Tiere zu dieser Jahreszeit nicht eigentlich längst schlafen sollten?
Darum schlafen die drei Bären nicht
„Grundsätzlich ist die Winterruhe kein tiefer, fester Schlaf, sondern eher eine Art intensiver Dämmerzustand“, erklärt Christopher Schmidt, der sich um die Pressearbeit bei der Stiftung für Bären – Wildtier- und Artenschutz kümmert. Dabei könne es durchaus mal vorkommen, dass die Bären auch im tiefsten Winter einen Blick aus ihren Höhlen werfen. „Bären sind super individuell und charakterstark, dazu sehr sensibel – sprich: Neben dem Charakter spielt auch die Erfahrung eine große Rolle“, weiß Schmidt.
Im Falle von Agonis, Arian und Arthos sei es so, dass die drei als Welpen von ihren Müttern entrissen und für touristische Zwecke missbraucht wurden, erzählt der Pressesprecher. „Daher sind sie stark traumatisiert und leiden unter fehlender Erziehung der Mutter.“
Sie leben in einer Bären-WG – was untypisch ist
Viele Jahre lang seien sie gar nicht in die Winterruhe gegangen. Doch in diesem Jahr haben sie bereits einige Zeit in ihrer Höhle verbracht, berichtet Schmidt. "Wir sind sehr froh, dass sie dank des natürlichen Charakters der Freianlagen in unserem Bärenwald den Weg in die Winterruhe finden konnten."
Die Höhle teilen sie sich zu dritt, was jedoch absolut untypisch sei: „Eine Bären-WG wie diese ist in der freien Wildbahn undenkbar“, weiß Schmidt. Weil sie das selbe Schicksal teilen und schließlich zusammen im Bärenpark Schwarzwald aufgewachsen sind, würde das aber funktionieren.
Spielende Bären auch in freier Wildbahn
Wenn Bären während ihrer Winterruhe die Höhle verlassen, seien sie in der Regel nicht so aktiv, wie Agonis, Arian und Arthos in dem Video – „weil sie eher Energie sparen, als sie zu verschwenden“, erklärt der Pressesprecher. Denn das sei ja schließlich der Sinn der Winterruhe: Energiesparen in einer Jahreszeit mit geringem Futterangebot.
Dennoch seien auch bereits Bären in freier Wildbahn entdeckt worden, die im Schnee spielen und verschneite Hänge herabschlittern, weil es ihnen offensichtlich Spaß macht, erzählt Schmidt. Wie ausgelassen und amüsiert sie dabei aussehen können, erkennt man zweifelsfrei in dem Video von Agonis, Arian und Arthos.