Zahlreiche Bürger kamen zum zweiten Bürgerempfang der Gemeinde und informierten sich über Aktuelles. Foto: Christoph Schennen

Groß war das Interesse am zweiten Bürgerempfang der Gemeinde Maulburg. Dabei ging es nicht nur um Wohnraum, sondern auch um die Innenstadtentwicklung, Ganztagsbetreuung und Schulwege.

Bürgermeisterin Jessica Lang hat beim Bürgerempfang Hunderte Maulburger über vergangene und aktuelle Projekte der Kommune informiert.

 

Nur wenige Bürger kommen zu den Sitzungen des Gemeinderats, umso mehr zu dem einmal im Jahr stattfindenden Bürgerempfang. Langs Rede ist wie ein Rechenschaftsbericht über ihre Tätigkeit seit Beginn ihrer Amtszeit.

Eines der wichtigsten Themen in den Kommunen ist Wohnraum. Lang will da, wo noch Lücken sind, bauen. „Wenn sich geeignete Gelegenheiten zur innerörtlichen Nahverdichtung ergeben, wollen wir diese nutzen“, sagte sie und nannte als Beispiel das Grundstück in der Röttler Straße, das die Gemeinde jüngst gekauft hat. Hier sollen vier Einfamilienhäuser und drei Reihenhäuser entstehen. 73 bezahlbare Wohnungen entstünden auf dem ehemaligen Medima-Areal. Lang: „Die Wohnungen werden im Rahmen der Wohnungsfürsorge überwiegend für Berechtigte der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zu einer Kaltmiete von maximal zehn Euro pro Quadratmeter angeboten.“ Wenn nicht alle Wohnungen vermietet werden können, werden diese von der Bundesanstalt zum gleichen Preis auch auf dem freien Markt vermietet, versicherte sie. Die Gemeinde ist verpflichtet, Flüchtlinge in Wohnraum unterzubringen. In diesem Jahr muss sie Wohnungen für 19 Personen bereitstellen.

Fachbüro untersucht beide Ortsmitten

Gefreut hat sich Lang, dass demnächst die beiden Ortsmitten, die Hauptstraße rund um den Latschariplatz und die Hermann-Burte-Straße im Bereich des Rathausplatzes, von einem Fachbüro untersucht werden. Es soll auch Handlungsempfehlungen für sie erarbeiten. Dies ist möglich, weil Maulburg in das Programm „Lebendige und verkehrsberuhigte Ortsmitten“ aufgenommen wurde. Im Herbst wird man sehen können, wie sich Straßen und Plätze verändern, wenn eine temporäre Stadtmöblierung aufgestellt wird.

Neue Unterkunft für Menschen ohne Zuhause

Die Gemeindeverwaltung nutzt den Bauturbo, um eine neue Obdachlosenunterkunft an der Ecke Hauinger Straße/Höllsteiner Straße zu realisieren. „Obwohl sich das Grundstück im Außenbereich befindet, kann dort gebaut werden, ohne dass zunächst ein Bebauungsplan aufgestellt werden muss“, erläuterte Lang.

Weitere Themen ihrer Rede waren die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen und die Ferienbetreuung. Die Kernzeitbetreuung am Morgen werde ausgeweitet, das Betreuungsangebot am Nachmittag hänge vom Bedarf der Eltern ab. Maulburg und Steinen werden in Kooperation mit dem AWO-Kreisverband Lörrach die Ferienbetreuung fortsetzen. Positive Nachrichten gibt es auch zum Seniorenbüro, das mindestens bis Ende 2028 weitergeführt werden kann.

Zwei Carsharing-Fahrzeuge am Bahnhof

Sie forderte die Bürger auf, demnächst über das Online-Tool „MobiPlaner“ ihre Meinung zur Mobilität der Zukunft zu äußern. Es wird eingesetzt anlässlich der Erstellung des Aktionsplans für Mobilität, Klima und Lärmschutz. In Maulburg wird es ab Mitte April die Möglichkeit geben, am Bahnhof Carsharing-Fahrzeuge auszuleihen.

Der Schulwegeplan soll die Verkehrssicherheit auf den Schulwegen weiter verbessern. Eine Maßnahme, die aus diesem Plan resultiert, ist Tempo 30. Einen Fortschritt gibt es bei der Radwegeinfrastruktur, Ende März wird der neue 3,7 Kilometer lange Radweg zwischen Rheinfelden und Maulburg eingeweiht.Ein Raunen vernahm man aus dem Publikum, als Lang die Baukosten für den Radschnellweg nannte: 38 Millionen Euro.

Sie wies daraufhin, dass die Ergebnisse des Friedhofstrategietags ausgewertet würden und in den kommenden Monaten im Gemeinderat beraten werden. Erstellt werde auch eine Vereinsförderrichtlinie, die die Verwaltung mit den Vereinen beim Vereinsstammtisch weiterentwickeln möchten.

Wie „up to date“ die Verwaltung ist, zeigte Langs Aussage, dass alle Verwaltungsmitarbeiter im Umgang mit Künstlicher Intelligenz geschult wurden. „Perspektivisch kann der Einsatz solcher Technologien dazu beitragen, Arbeitsabläufe zu vereinfachen, die Effizienz zu steigern und personelle Ressourcen gezielter einzusetzen.“

Sie sprach auch eines der größten Projekte in der Geschichte Maulburgs an: das Gewerbegebiet West. Voraussetzung für die Entwicklung des Gebiets sei „eine leistungsfähige Verkehrsanbindung an die B 317.“