Bernhard Uttenweiler, hier bei seinem 85. Geburtstag, ist gestorben. Foto: Hiller

Der Heimatforscher Bernhard Uttenweiler ist am Samstag im Alter von 86 Jahren im Kreise seiner Familie gestorben. Das teilt die Stadt Ettenheim mit. »Er hat unglaublich viel für das historische Gedächtnis der Stadt getan«, würdigt Bürgermeister Bruno Metz den Ehrenbürger der Stadt. 

Ettenheim - Uttenweiler wurde am 26. Februar 1936 in Furtwangen geboren. Im Anschluss an sein Studium  kam er 1967 nach Ettenheim an  die Heimschule St. Landolin. Dort unterrichtete er Französisch und Englisch. Schon 1970 wurde er stellvertretender Schulleiter und blieb es bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand im Jahr 2000. 30 Jahre lang war Uttenweiler zudem Vorsitzender des Historischen Vereins Ettenheim. Unter anderem mit der Publikation von 170 geschichtlichen Texten und 17 Büchern machte er sich einen Namen.


»Er hat erforscht und die Ergebnisse auch den Menschen zugänglich gemacht«, erinnert sich Metz an Uttenweilers Einsatz. Zudem habe er historische Relikte für die Stadt gesichert. Der Bürgermeister erinnert sich an Inkunabeln – Frühdrucke aus dem 15. Jahrhundert –, die Uttenweiler in den Anfangszeiten des Internets in den USA ausfindig machte und für die Stadt bestellte. »Er ist stets in persönliches Risiko gegangen«, schildert Metz. Uttenweiler habe nicht nur Zeit, sondern auch Geld in seine Arbeit investiert und im Eigenverlag veröffentlich – um die öffentliche Hand zu schützen, so Metz. 


Uttenweiler hat sich große Verdienste bei der Aufarbeitung der Gräueltaten des Dritten Reichs erworben, etwa als Herausgeber des Werkes »Schicksal und Geschichte der jüdischen Gemeinden Ettenheim, Altdorf, Kippenheim, Schmieheim, Rust, Orschweier«. Die Tatsache, dass dieses Standardwerk von vielen einheimischen Autoren geschaffen wurde, machte es möglich, die Verbindungen mit den jüdischen Menschen oder deren Angehörigen, neu zu knüpfen.

"Bescheiden und den Menschen zugewandt"


Metz behalte Uttenweiler als »bescheidenen, den Menschen zugewandten« Menschen in Erinnerung. Neben seinen historischen Bemühungen um die Stadt selbst, habe er auch viel zur deutsch-französischen Geschichte erforscht und damit zur Freunschaft mit dem Nachbarland beigetragen. Auch das Engagement als stellvertretender Leiter der Heimschule hob Metz im Gespräch mit unserer Redaktion noch einmal hervor. 


Für sein Engagement erhielt Uttenweiler mehrere Ehrungen. Die Verdienstmedaille der Stadt Ettenheim wurde ihm bereits im Jahr 1994 überreicht, zehn Jahre später erhielt er die Heimatmedaille des Landes Baden-Württemberg. Es folgte die Ehrennadel des Landes im Jahr 2010, bis ihm Bürgermeiser Metz im Jahr 2014 die Ehrenbürgerwürde verlieh. 


Im Jahr 1964 heiratete Bernhard Uttenweiler seine Frau Dorothea. Sie bekamen zwei Töchter, Isabell und Gabriele. Dorothea verschuf ihm viel Freiraum für seine vielseitigen Aktivitäten, obwohl sie selbst Mitbegründerin der Aktion »Essen auf Rädern« und danach 35 Jahre lang ehrenamtliche Einsatzleiterin war.