Mit Videoüberwachung sollen Müllsünder identifiziert werden. Foto: © Bits and Splits – stock.adobe.com

Der Gemeinderat votierte einstimmig für Verwaltungsvorschläge, die in verschiedenen Bereichen unterschiedliche Maßnahmen gegen die illegale Müllentsorgung vorsehen. Dabei soll auch Videoüberwachung zum Einsatz kommen.

Seit längerer Zeit missbrauchen Müllsünder die Stätten zur Entsorgung für alles Mögliche, das sie nicht mehr benötigen. Die Entsorgung findet zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlicher Menge statt. Oft handelt es sich um Müll, der bei Renovierungen übrig bleibt wie etwa Farbeimer und Malerutensilien.

 

Bürgermeister Torben Dorn zeigte für ein derartiges Verhalten kein Verständnis. Leidtragende seien das Team des Bauhofs, das zusätzlich zu seinen originären Aufgaben die Beseitigung des Mülls übernimmt. Zudem übernehme die Allgemeinheit die Kosten für eine derartige Verantwortungslosigkeit.

Drei Stellplätze sollen entstehen

Dorn versprach Abhilfe und verwies auf die Verwaltungsvorschläge. Sie sehen in der Einfahrt Buckenweg, der auch als landwirtschaftlicher Weg beschildert ist, die Ausweisung von drei Stellplätzen auf der Wiesenfläche, deren Eigentümer die Gemeinde ist, vor. Da in diesem Bereich die Autofahrer regelmäßig ihre Fahrzeuge wild auf der Wiese oder entlang des Feldwegs abstellen, hofft Dorn, mit der Ausweisung von Parkplätzen für Klarheit sorgen zu können. Die Parkplätze sollen möglichst einfach, etwa mit Holzhackschnitzeln, hergestellt werden. Zudem sei vorgesehen, dass eine Videokamera installiert wird und die Ausweisung der Parkfläche mit dem Hinweis „Dieser Parkplatz ist videoüberwacht“ erfolgt, ergänzte Dorn.

Auch der Bereich der illegalen Müllentsorgung im Gewann Mälbenäcker, das sich an der Villinger Straße befindet, sind Besitz der Gemeinde. „Wir schlagen vor, diesen Bereich großflächig mit Baumstämmen abzusperren, so dass die Fläche nicht mehr direkt von Fahrzeugen befahren werden kann. Zudem soll eine Beschilderung darauf hinweisen, dass es nur noch dem landwirtschaftlichen Verkehr gestattet ist, auf das Gewann einzubiegen.

Verantwortungslose Personen

„Grundsätzlich befürworte ich das Vorgehen. Es ist es für mich unfassbar, wie verantwortungslos einige wenige Personen agieren. Ich hoffe, entdeckte Müllsünder werden entsprechend bestraft“, sprach Gemeinderat Andreas Lorenz (UB) von überschaubaren Kosten in Bezug auf die Verwaltungsvorschläge. „Ich sehe die Videoüberwachung grundsätzlich kritisch, stimme für diesen Fall aber zu“, ergänzte Fraktionskollege Günter Klotz.

„Die Videoüberwachung ist offenbar ein Mittel der Gegenwart“, schloss sich Mathias Schleicher (CDU) der Meinung der Vorredner an und plädierte ebenfalls für die Verwaltungsvorschläge. „Ich finde es kurios, dass aufgrund der aktuellen Situation für Wanderer ausgerechnet dort ein Parkplatz entsteht, wo wir ihn einst ablehnten. Warten wir ab, ob die Maßnahmen Wirkung zeigen.“ Schleicher appellierte zudem, das Straßenverkehrsamt bezüglich der geplanten Vorhaben einzubeziehen.

Großflächiges Müllproblem durch Silvesterfeuerwerk

Jürgen Laufer (FW) sprach mit Blick auf das Silvesterfeuerwerk von einem großflächigen Müllproblem. Er verwies darauf, dass vielen das Bewusstsein fehlt, den selbst produzierten Müll wieder einzusammeln und zu entsorgen. Grundsätzlich plädierte auch er für die Verwaltungsvorschläge. Er gab aber zu bedenken, dass sich die illegale Müllentsorgung dadurch an andere Stellen verlagern könnte. „Wenn wir immer hinterherhinken sollten wir vermeiden, dass wir nur noch Wanderparkplätze bauen“, fügte er hinzu.

„Nichts zu unternehmen ist keine Alternative,“ hoffte Frank Merten (UB) auf eine lenkende Wirkung. Zudem schlug er vor, auf der Kreisstraße für den von Autofahrern schwer einsehbaren Einfahrtsbereich im Bereich Buckenweg eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 70 zu beantragen.