Seit rund zwei Wochen liegt der Sperrmüll nun schon vor dem Gebäude Ecke Königstraße und Schützenstraße. Foto: Otto

Ein riesiger Haufen Sperrmüll versperrt seit rund zwei Wochen einen Teil des Gehwegs der Rottweiler Königstraße. Warum greift der Entsorger Alba da nicht ein?

Holzplatten, Möbelreste, Bretter, Müllsäcke und anderer Unrat stapeln sich seit rund zwei Wochen vor dem Gebäude Königstraße 30 und nehmen damit einen Großteil des Gehwegs ein. Wir fragen beim Rottweiler Landratsamt nach: Warum wird der Sperrmüll nicht abgeholt?

 

Olga Bär von der Pressestelle teilt uns auf unsere Nachfrage mit, die Sperrmüllablagerung in der Königstraße sei dem Landratsamt bekannt. Bereits am 10. Dezember habe man den Sachverhalt gemeinsam mit dem Entsorgungsunternehmen geprüft.

Nach aktuellem Kenntnisstand liege im gesamten Umkreis um die Ablagerung weder eine frühere noch eine zukünftige Anmeldung zur Sperrmüllabholung vor. „Entsprechend war und ist für diesen Standort keine Abholung vorgesehen“, erklärt uns Olga Bär.

Ohne Abholtermin nicht erlaubt

Grundsätzlich gelte, dass Sperrmüll nur nach vorheriger Anmeldung abgeholt werde. Die Bereitstellung des Materials sei dann frühestens einen Tag vor dem mitgeteilten Abholtermin zulässig und auf eine maximale Menge von fünf Kubikmetern begrenzt. „Eine Bereitstellung ohne zugesagten Abholtermin ist daher nicht erlaubt“, stellt sie klar. Die entsprechenden Vorgaben seien in den Paragrafen 13 und 14 der Abfallwirtschaftssatzung des Landkreises geregelt.

„Die Regelungen dienen dazu, eine geordnete Abfallentsorgung sicherzustellen und Beeinträchtigungen im öffentlichen Raum zu vermeiden“, erklärt Bär. Unabhängig davon stehe das Landratsamt aktuell in Abstimmung mit dem Ordnungsamt der Stadt Rottweil.

Zuständigkeit und Kosten

Durchschnittlich 120 bis 140 Mal pro Jahr muss der Entsorger im Kreis Rottweil wegen wilder Müllablagerungen ausrücken. Für gewöhnlich wird der Müll in der Natur und an nicht ganz so öffentlicher Stelle abgelagert. Der Ärger bleibt jedoch derselbe. Rund 37 Tonnen kamen beispielsweise 2021 zusammen. Die Entsorgung kostete damals rund 25 000 Euro.

Bei wilden Müllablagerungen in und bei einer Kommune ist diese übrigens für die Entsorgung zuständig – in diesem Fall also die Stadt Rottweil – im „Außenbereich“ der Landkreis.